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Sascha

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1

Donnerstag, 23. November 2006, 09:19

DETMOLD: "Schächten ist eine furchtbare Quälerei"

Hallo !
unter www.nw-news.de ist folgendes zu lesen:


DETMOLD: "Schächten ist eine furchtbare Quälerei"

Bundesverwaltungsgericht entscheidet heute

VON HUBERTUS GÄRTNER


Detmold/Leipzig. Heike Bierwirth-Wiest (49) beschäftigt sich seit Jahren mit einem heiklen Thema. Die Leiterin des Veterinäramtes Lippe ist Expertin, wenn es um das Schächten von Tieren geht. Nicht, dass sie selbst den Schafen ohne Betäubung die Kehle durchschneiden würde. Solches Tun, das strenggläubige islamische und jüdische Theologen vorschreiben, ist für die lippische Veterinärin absolut tabu. "Für die Tiere bedeutet es eine furchtbare Quälerei", sagt Biermann-Wierth.

Möglicherweise wird das Schächten, das zurückgedrängt wurde, heute wieder einen offiziellen Segen erhalten. In einem Musterprozess wird das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entscheiden, ob einem Metzger aus Hessen von den Behörden eine Ausnahmegenehmigung für das Schlachten ohne Betäubung erteilt werden muss.

"Das Schächten bedeutet einen Verstoß gegen den Grundgedanken des Tierschutzgesetzes", sagt Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes "Menschen für Tierrechte". Aus seiner Sicht werden heute in Leipzig wichtige Weichen gestellt. Es werde sich zeigen, "ob das Staatsziel Tierschutz lediglich Verfassungsprosa ohne praktische Auswirkung sei", sagt Simons.


Muslime schlachten in OWL rund 30.000 Tiere pro Jahr

Die juristische Lage ist komplex. Aber die praktische ist es auch. Allein im Kreis Lippe werden pro Jahr offiziell etwa 6.000 Schafe von Muslimen geschlachtet. Insgesamt dürften es in Ostwestfalen-Lippe etwa 30.000 Tiere sein. Die meisten davon werden vorschriftsmäßig betäubt. Allerdings gibt es immer wieder auch illegale Schächtungen. Wie viele es sind, dazu wagen selbst die mit der Kontrolle beauftragten Veterinäre keine Aussage. In einzelnen Fällen hätten die Staatsanwaltschaften in OWL bereits Bußgelder wegen illegaler Schächtungen erlassen, sagt der Paderborner Kreisveterinär Klaus Bornhorst.

Gäbe es genügend Aufklärung, dann würden die Muslime gänzlich auf das Schächten verzichten, ist Heike Bierwirth-Wiest überzeugt. Ihre Befürchtungen, ein Schaf könne bei einer Betäubung nicht vollständig ausbluten, seien nicht gerechtfertigt. Der Koran verbietet Muslimen den Verzehr von Blut.

Im Jahr 2002 hatte das Bundesverfassungsgericht das Sonderrecht zum Schächten definiert. Dieses dürfe von den Behörden im Einzelfall gewährt werden, wenn zwingende Glaubensgründe vorliegen. Wenig später wurde allerdings das "Staatsziel Tierschutz" ins Grundgesetz aufgenommen. Man darf deshalb gespannt sein, wie heute das Bundesverwaltungsgericht entscheidet.

Der Kreis Lippe zeigte sich übrigens unbeugsam. Er wies vor wenigen Jahren den Antrag eines muslimischen Metzgers auf Schächtungen zurück, weil dieser kommerzielle Gründe verfolge. Das Oberverwaltungsgericht in Münster (OVG) gab damals dem Kreis Lippe Recht.

www.nw-news.de
... man sieht nur mit dem Herzen gut, das wesentliche bleibt für das Auge unsichtbar ... :)
aus "der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry

Marotte1

Schüler

Beiträge: 162

Wohnort: NRW

2

Freitag, 24. November 2006, 09:09

Tja, leider konnte sich der Tierschutzgedanke hier nicht durchsetzen... Religionsfreiheit wurde für wichtiger befunden als Tierschutz. :cry:

Im Radio sagte der mulimische Schlachter /ich glaube, er war's selbst), die herkömmlichen Tötungsmethoden wie Bolzenschuss und Elektroschocks fände er viel brutaler - ich kann das zwar nicht beurteilen, und das Schächten, vor allem ohne Betäubung rechtfertigt dieses Argument auch nicht, aber human kommen mir diese Methoden auch nicht gerade vor! Vielleicht ein Diskussionsthema für unsere Ernährugssparte ;)!
Es grüßt die Marotte mit Katze Venja

Sascha

Admin

Beiträge: 599

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Angestellter

3

Montag, 27. November 2006, 13:05

Bundesverwaltungsgericht in Leipzig genehmigt das Schächten von Tieren

TASSO-Newsletter

Bundesverwaltungsgericht in Leipzig
genehmigt das Schächten von Tieren

Mit einer am Dienstag gefällten Grundsatzentscheidung des Bundesverwaltungs-gerichtes in Leipzig zum Schächten hat sich ein muslimischer Metzger aus dem Lahn-Dill-Kreis nach jahrelangem Rechtsstreit gegen die Behörden in Hessen durchgesetzt.

Dem türkischen Metzger wurden die von ihm geforderten Ausnahmeregelungen zum betäubungslosen Schlachten seit 1995 immer wieder gerichtlich untersagt. Im Januar 2002 hob das Bundesverfassungsgericht die Urteile des zuständigen Kreises dann auf, weil der muslimische Metzger in seinen Grundrechten verletzt werde.

Das Tierschutzgesetz untersagt das Schlachten von Wirbeltieren ohne vorherige Betäubung. Trotzdem können laut demselben Gesetz dennoch Ausnahmen aus religiösen Gründen zugelassen werden. Der Koran verbietet den Verzehr von Blut, weil dies der Sitz der Seele sei. So muss nach dem islamischen Gesetz das Tier ausbluten und darf nicht vorher getötet werden. Eine Betäubung vor dem Schlachten würde dem Tier Verletzungen zufügen, die es also „unrein“ machen würden.

Beim Schächten werden die Halsschlagader, sowie die Luft- und Speiseröhre mit einem scharfen Messer mit einem einzigen Schnitt durchtrennt. Wird eine Schächtung fachgerecht ausgeführt dauert es 10 bis 30 Sekunden, bis das Tier ausblutet; bei unsachgemäßen Vorgehen, leidet das Tier bis zu einer halben Stunde.

Dieses ist das erste Urteil eines obersten Gerichtshofes gegen die Interessen des Tierschutzes, nachdem Deutschland den Tierschutz ins Grundgesetz aufgenommen und zum Staatsziel erklärt hat.


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