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Beiträge: 499

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Dachdecker

1

Montag, 28. August 2006, 17:25

Neues aus dem bulgarischen Tierschutz

Liebe Tierfreunde!

Wir können es nur begrüßen, wenn sich Menschen dafür stark machen, dass den Rechten der Tiere Gehör verschafft wird. Das gilt natürlich auch - und vor allem - in dem Land, in dem wir uns selbst engagieren, in Bulgarien. Dennoch können wir nicht umhin immer wieder festzustellen, dass mit den Mitteln der Demagogie allzu häufig "Wahrheiten" behauptet und in Umlauf gebracht werden, die bestenfalls noch als Halbwahrheiten bezeichnet werden können. Wenn sich daran dann noch Spendenaufrufe knüpfen ist wohl etwas mehr angebracht als nur skeptisches Stirnrunzeln.
Da geht also eine Meldung über einen großen Verteiler, die von einer neuen, künftigen Protestaktion kündet:
"Isolatoren isolieren Bulgarien von der EU"
Keine Tötungslager in Europa, keine Pelzmäntel aus Hundefell made in Bulgaria."
Gegen diese Maxime kann es keine Einwände geben, auch nicht gegen die Erläuterung, was sich hinter dem Begriff "Isolatoren" verbirgt, nämlich Tötungsanstalten; auch nicht dagegen, dass sich "Diese Protestaktion ... an den Ministerpräsidenten der Republik Bulgarien, das bulgarische und das europäische Parlament wenden" soll.
Aber es geht weiter: "Eine vordergründig gute Nachricht: das Tötungslager Loseniz wurde geschlossen. Der Sofioter Oberbürgermeister Borisov wollte sich wohl die negative Publicity über diesen Namen, der zum Synonym für die inhumanen Praktiken Bulgariens gegenüber den Straßenhunden wurde, nicht weiter leisten.
Zur Erläuterung: Mit "Loseniz" ist offensichtlich die Station im Sofioter Stadtteil Losenetz gemeint, die von uns im April übernommen wurde, nun den Namen "Nadeshda" (Hoffnung) führt, mittlerweile knapp 60 Hunde im Daueraufenthalt beherbergt und in der seit vier Wochen intensiv kastriert wird.
Dann heißt es: "An der Stelle von Loseniz ist ein neues Todeslager mit dreifacher Kapazität in Betrieb genommen worden: SESLAVZI. Dort werden die Hunde nach wie vor "euthanasiert". Das Mittel der Wahl ist "EVTANSIN" - ein billiges bulgarisches Medikament mit fragwürdiger Wirkung. Die Hunde sterben langsam und qualvoll."
Hier müssen wir die Frage stellen aufgrund welcher Beweise eine solche Behauptung aufgestellt worden ist, bzw. ob die Verfasser dieses Berichtes von Augenschein oder von Gerüchten sprechen?
Wahr ist: es gibt eine Station in Seslavzi, ca. 30 km von Sofia entfernt, eine relativ große, neu errichtete Anlage. Wenn hier jedoch von "dreifacher Kapazität" gesprochen wird, kann sich das allerdings nur auf die räumliche Ausdehnung beziehen, nicht auf die Anzahl der dort befindlichen Hunde. Und die Verfasser des Artikels können nie - niemals! - auch nur einen Fuß nach Losenetz hineingesetzt, niemals die engen, dunklen und nassen Käfige gesehen haben, in denen die Tiere zu Dutzenden jämmerlich eingepfercht waren, und die noch nach der Übernahme ein Bild des Grauens boten.
Wenn Sie den folgenden Link http://www.bezdom.info/index.php?option=…&id=8&Itemid=62 anklicken gelangen Sie auf eine bulgarische Internetseite, auf der interessanterweise ca. 20 Hunde, die zwischen dem 16. und 22. August, also innerhalb einer Woche, nach Seslavzi gebracht worden waren, zur Vermittlung angeboten werden. (Zum Vergleich: in jeder Woche wurden in Losenetz zwischen 200 und 300 Hunde umgebracht, eine Vermittlung gab es überhaupt nicht, sondern es wurde, im Gegenteil, den Bürgern fast unmöglich gemacht Hunde aus dem Isolator zu adoptieren.)
Ohne behaupten zu wollen, dass die Hunde hier wie im Paradies leben, ist doch eine deutliche Verbesserung der Unterbringung festzustellen -(immer im Vergleich zum ehemaligen Losenetz). Auf den Bildern ist deutlich zu erkennen, dass die Räume hell sind, die Zwinger sauber und trocken, die Hunde auf Paletten liegen und weder erbärmlich verhungert noch verängstigt aussehen. Dies sind Verhältnisse, die vom ehemaligen Losenetz unendlich weit entfernt sind. Zudem wissen wir aus gut unterrichteten Kreisen, dass die Hunde nicht mehr massenhaft eingefangen werden, sondern nur noch aufgrund von Bürgerbegehren, was auch die geringe Anzahl der Insassen erklärt. Nach unserer Meinung deutet dies auf eine gravierende Kehrtwende hin, die ihre Ursache sehr wahrscheinlich auch in der bevorstehenden Verabschiedung des Tierschutzgesetzes, das wir Ihnen in Auszügen bereits übermittelt haben, hat.
Wir könnten demnach die angekündigten Proteste als eine Aktion betrachten, bei der mit wildem Getöse durch offene Tore geprescht werden soll, wäre da nicht der besorgniserregende Verdacht der Spendenerschleichung, mit der diese Spektakel offenbar finanziert werden sollen. Hier wird mit der "Vermittlung von Todeskandidaten und dem Angebot von Patenschaften für diese Hunde" geworben - wie bitte? Welcher Hunde? Die, welche laut eigener Aussage nach wie vor euthanasiert werden? Wie sollte eine solche Vermittlung denn aussehen? Wo bleiben sie bis zur Vermittlung? Wo bleiben sie als Patenhunde? In Seslavzi? Dort werden sie doch, wie wir gelesen haben, umgebracht!
Es kann manchmal Wochen oder Monate dauern bis ein Hund vermittelt wird, wo also bitte schön, bringt man sie bis dahin unter?
Wir haben nicht den Eindruck, dass hier jemand weiß wovon er eigentlich redet, sondern lediglich verbal eine Idee abkupfert, von der er sich Geld verspricht - und warum? Für ein Luftschloss?
Sie können sicher sein, sollte es jemals tatsächlich "Haus und Land" - (mit Spenden erworben!) - geben wo Tiere ein Asyl finden, werden wir mit Brot und Salz vor dem Tor stehen und gratulieren.
Bis jetzt gibt es nur "Nadeshda" - und dort befinden sich zur Zeit fünf weitere Fellnasen aus Seslavzi - drei haben wir bereits Anfang Juli von dort geholt - die bei uns kastriert wurden und bis zur Vermittlung auch hier bleiben werden.
Im Augenblick sind wir die einzige Station in der kostenlos kastriert wird, obwohl die Sanierungsarbeiten noch längst nicht abgeschlossen sind. Es ginge sicher schneller, wenn all die Tierschützer, die jahrelang vor den Toren des Isolators protestiert haben, ihre helfende Hand reichen würden. Bislang hat sich niemand zu uns verirrt, obwohl fleißig weiter protestiert wird. Nur eben woanders.
Das ist der Unterschied zwischen "politischem" und "praktischem" Tierschutz.
Wir sind die, die letzteres tun. Darum haben wir auch keine Zeit zum protestieren.
Db Team im August 06


Spendenkonto:
Verein Deutsch-Bulgarische Straßentier-Nothilfe e.V.
Kto.Nr. 340002903, BLZ 518 500 79,
Sparkasse Oberhessen
IBAN: DE44 5 185 0079 0340 0029 03
SWIFT-BIC.: HELADEF 1FRI Tel.: 06633/919865
Fax: 06633/918979
E-Mail:
dt-bgTierhilfe.Dimitrov@t-online.de
Ich bin ein Gegner der Kettenhaltung und
Gegen das Flügel-Stutzen.
Ein Vogel muss Fliegen.


Beiträge: 2

Wohnort: Überall

2

Mittwoch, 20. September 2006, 09:57

RE: Neues aus dem bulgarischen Tierschutz

Und wieso gibt es dann immer noch so viele Hunde in Sofia? Viel mehr als in jeder europäischen Stadt. Wo man hintritt nur Kacke! Und auch die Omas haben ihre neuen Bodyguards in Form von neurotischen Dackeln, Pinschern, Pudeln en masse gefunden, in den Parks ist ein störungsfreies Jogging kaum möglich. Die Lösung: Anmeldepflicht für Hunde, drastische Hundesteuern wie in jedem europäischen Land. Die ohne Marke
können weg, die Omas habe sowieso kaum Geld für sich, also könne sie sich dann auch keine Hunde leisten. So erledigt sich das Problem von selbst, und auch Geld fließt in die Stadtkassen, die Menschen habens
nötiger.

Muneca

Anfänger

Beiträge: 29

Wohnort: Bielefeld

3

Mittwoch, 20. September 2006, 11:01

RE: Neues aus dem bulgarischen Tierschutz

Hallo Menschenfreund, :rolleyes:

sorry das ich das mal krass ausdrücke, aber ich bezweifle, daß du auf diese Homepage gehörst. Es ist schön, daß du deine Meinung sagst, aber mich persönlich interessiert sie nicht die Bohne, schon alleine deine Ausdrucksform läßt Bände sprechen und ich kann mir echt gut vorstellen, was du für ein Mensch bist. Ich frage mich wirklich warum du auf Tierschutzseiten ins Forum gehst und auch noch auf Berichte reagierst. Ne Erklärung der Logik wäre echt nicht schlecht. Vor allem solltest du dir ein paar andere Gründe einfallen lassen warum Tiere abgeschafft werden sollten, als Kacke auf dem Weg oder die Jogger können nicht mehr ungestört joggen und was die Omas angeht, die Hunde sind manchmal die einzigen Lebewesen die die alten Menschen noch haben und wenn ich mir deinen Beitrag so durchlese, manchmal ist es auch besser so. Was die Kacke angeht, ok find ich Mitten auf dem Weg auch nicht klasse, wenn aber Menschen Flaschen auf den Boden zerdeppern oder was zu essen irgendwo auf den Weg wegschmeißen, ist das dann für dich ok?! Für mich nicht. Was das Joggen angeht, Himmel nochmal darauf antworte ich wohl lieber nicht, die Jogger rennen selbst Kinder und alte Menschen über den Haufen, nur weil sie beim joggen im Wege sind..........

Manchmal ist es echt peinlich ein Mensch zu sein........

Herzlichen Gruß

Yvonne

missy979

Fortgeschrittener

Beiträge: 276

Wohnort: bielefeld

Beruf: im verkauf

4

Mittwoch, 20. September 2006, 14:21

ja muneca

also da stimme ich dir auch zu und bin ganz deiner meinung!!!

aber manche menschen muß man glaub ich einfach nicht verstehen, auch wenn es noch so ärgerlich ist !!!

:motz:

Beiträge: 523

Wohnort: na, hier!

Beruf: Altenpflegerin

5

Donnerstag, 21. September 2006, 17:57

RE: Neues aus dem bulgarischen Tierschutz

Da nennt sich einer "menschenfreund" und gönnt den "Omas" ihre vierbeinigen Begleiter nicht? Das ist unglaublich. :motz:

Hier haben wir es wohl mit einem joggenden Hundehasser zu tun der meint, die Parks sind nur für ihn da und der sich beim Anblick eines Hundehaufens aufregt aber ohne zu reagieren durch unzählige Zigarettenkippen und Kaugummis trabt.
Was bitte versteht man unter einem "störungsfreiem Joggen"?
Weg da....jetzt komme ich!
Bravo!!!

Nur mal so zur Info: Was aus einem menschlichen Hinterteil rauskommt, ist auch nicht immer nur Luft!! Jeder von uns verbraucht täglich viele viele Liter kostbaren Trinkwassers um seine "Haufen" zu entsorgen.

Dieser Eintrag von "menschenfreund" ist eine schlichte Frechheit und ein Schlag ins Gesicht aller alter Menschen! Pfui!!!!
"Das einmal das Wort Tierschutz erfunden werden musste, ist eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung"
- Theodor Heuss -

Beiträge: 2

Wohnort: Überall

6

Mittwoch, 27. September 2006, 10:37

RE: Neues aus dem bulgarischen Tierschutz

an alle kommentatoren(innen)
Scheinbar ist niemandem die Situation richtig klar, weil er in letzter Zeit
nicht in Sofia war, die Sache aus der Nähe betrachtet hat. Es ist klar, daß Hunde, und vor allem Katzen eine viel bessere Ausscheidungs-hygiene haben, als die Menschen, schon allein, weil ihre Ernährung natürlicher ist. Trotzdem ist es nicht gerade angenehm, reinzutreten.
Außerdem haben in letzter Zeit die Hunde sehr zugenommen, einerseits
als Schutz, andererseits als billiges Statussymbol. Eine Regulierung muß gefunden werden, zusätzliche Einnahmen durch Steuern würden einerseits den Menschen helfen, andererseits den Mißstand beseitigen.
Frage: wieviele freilaufende Hunde gibt es in Deutschland? wohl eher weniger als in Sofia allein.

War außerdem letztens am Meer, dort kaum Hunde gesehen (erinnere mich nur an einen Schäferhund)