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Beruf: Altenpflegerin

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Mittwoch, 21. Juni 2006, 16:49

Von der Lust am Töten

Von der Lust am Töten!

Der Mensch jagte schon als Höhlenbewohner, war ein "Jäger und Sammler". Deshalb, so könnte man meinen, ist die Jagd etwas zutiefst menschliches, etwas, das ein Teil unserer Natur und somit berechtigt ist. Doch stimmt das wirklich? Der Mensch war nie ein richtiger Jäger. Selbst unsere frühesten Vorfahren waren in erster Linie "Pflanzenfresser", die nur aus der Not heraus jagten, nämlich dann, wenn es zuwenig Grünzeug als Nahrung gab (während den Eiszeiten, beispielsweise). Sie als Jäger und Sammler zu bezeichnen, ist also bereits eine zurechtgebogene Wahrheit. Sie waren vor allem Sammler. So ist auch unser Gebiß und Verdauungstrakt auf pflanzliche Nahrung ausgerichtet und gleicht in keiner Weise jenem eines Raubtieres, das sich vorwiegend von Fleisch ernährt.

Dennoch ist die Jagd noch heute ein wichtiger Bestandteil vieler Naturvölker. Sie jagen, um zu essen, um Kleidung, Werkzeuge oder nützliches Fett von den erlegten Tieren zu gewinnen. Sie jagen, um zu überleben. Deshalb töten sie nur so viele Tiere, wie sie wirklich brauchen - und das ist nicht viel. Denn alle Naturvölker, selbst die Indianer Nordamerikas, leben trotz der Jagd vorwiegend von Pflanzen. Es ist eben bedeutend einfacher, Pflanzen zu sammeln als Tiere zu jagen. Nur ein Volk ernährt sich hauptsächlich von Fleisch (und hat die kürzeste Lebenserwartung):
Die Eskimos. In Schnee und Eis wachsen bekanntlich nicht besonders viele Pflanzen.

Wenn der Mensch also Tiere jagt, um dadurch sein Überleben zu sichern, und wenn er, wie es die Indianer taten, für das geschlagene Tier Respekt fühlt, dann ist an der Jagd nichts auszusetzen. Wer so jagt, wird genauso wenig eine Tierart ausrotten können, wie dies die Raubtiere tun.

Doch die "zivilisierten" Jäger brauchen nicht mehr zu jagen, um unser aller Überleben zu sichern. In den zehn Geboten für die Waidgerechtigkeit heißt es sogar ausdrücklich: "Du sollst die Jagd als Erholung und als Erlebnis und nicht als Fleisch- oder Geldquelle betrachten." Jagd als entspannender Zeitvertreib also?

Bei Gott, nein! beteuern die Jäger. Sie hätten im Gegenteil eine wichtige Aufgabe übernommen: Weil in unserer Kulturlandschaft das ökologische Gleichgewicht empfindlich gestört sei (da künstlich aufrechtzuerhalten. "Jagd ist angewandter Naturschutz" lautet denn auch des Jägers liebste Parole. Zugegeben, sie klingt überaus vernünftig - doch ist sie auch richtig ?

Die Antwort ist ein klares Nein. Es liegt umfassendes wissenschaftlich ausgewertetes Material vor, welches eindeutig beweist, daß die Jagd selbst Ursache all jener Probleme ist, die sie zu bekämpfen vorgibt:

Überpopulation der Rehe,
Tollwut und
Wildverbiß.

Es zeugt von Ignoranz und Arroganz, zu glauben, man könne mit Abschußquoten ein ganzes Ökosystem regulieren. Die Natur ist dafür zu vielschichtig. Glücklicherweise ist sie sogar so komplex, daß sie sich auch heute noch selber regulieren könnte, wenn ihr die Jäger nicht ständig hereinpfuschen würden.

Waidmanns Unheil. Die Jäger mißachten die Würde des Tieres und degradieren es zu einer bloßen Trophäe. Mit ihrem Tun gefährden sie zudem das Ökosystem Wald.

Jagd ist doch immer eine Form von Krieg
Johann Wolfgang von Goethe


Jäger dulden keine Konkurrenz
Deshalb muß das "Raubwild" möglichst niedrig gehalten werden, denn jedes "Friedwild", das sie reißen, geht letztlich dem Waidmann durch die Lappen. Besonders gehaßt ist das "Raubzeug", zu dem auch Hunde und Katzen zählen. Allein in Deutschland sterben jedes Jahr 400.000 Katzen und 65.000 Hunde durch Jägershand, weil sie angeblich "wildern".
Sobald sich eine Katze 200 bis 300 Meter vom nächsten Haus entfernt, gilt sie als "wildernde" Katze und darf geschossen werden. Dabei haben Biologen bewiesen, daß Katzen natürliche Streifgebiete von über 500 Metern haben. Die meisten Katzen werden also in ihrem eigenen Revier getötet und hatten niemals die Absicht, zu "wildern".

Dag Frommhold zitiert in seinem Anti-Jagdbuch ausführlich aus Jagdbüchern und zeigt, welch unglaublicher Haß den Katzen und Hunden anderer Leute entgegengebracht wird. Immer wieder liest man auch, daß Jäger völlig unbegründet Hunde über den Haufen geschossen haben. Ein durchaus üblicher Kommentar: "Die Hunde trugen kein Halsband. Wertstücke waren sie ja sicher nicht."

Daß Reb- und Birkhühner fast ausgerottet sind, hat erwiesenermaßen nicht das geringste mit den Raubtieren (oder Hund und Katze) zu tun, sondern mit der weitflächigen Monokultur in der Landwirtschaft, die diesen Vögeln die Lebensgrundlage entzieht. Dennoch werden die letzten Restbestände noch immer von Jägern um der Freude willen gejagt. Gerade das Birkhuhn wird zudem vom Zuchtfasan verdrängt, weil die Fasanenhähne die Fortpflanzung der Birkhühner stark beeinträchtigen. Trotzdem setzen die Jäger solche Zuchtfasane weiterhin im großen Stil aus, weil sie auf das alljährliche Gemetzel nicht verzichten wollen.
Grausame "Waidgerechtigkeit" !


Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit
Theodor Heuss




Die Jägerei ist grausam
Da helfen auch schönfärberische Begriffe wie "Schweiß" für Blut und "im Wundbett liegen" für elend in seinem Blute dahinsiechen, nichts. Auch die oft zitierte "Waidgerechtigkeit", die dem Tier eine "faire Chance" bieten soll, ist Augenwischerei. Hasen dürfen beispielsweise nur in der Flucht geschossen werden, Enten nur in der Luft und niemals im Wasser. Doch welche Chance hat denn ein mit 50 km/h flüchtender Hase, wenn eine Kugel mit 2.000 km/h hinter ihm herjagt ? Diese "Waidgerechtigkeit" führt im Gegenteil zu noch größerer Brutalität. Es ist viel schwieriger, einen Hasen im Lauf zutreffen. Folglich sind die tödlichen Schüsse sehr selten. Meist zerfetzen sie dem armen Tier nur den Körper. Auch auffliegende Gänse werden selten tödlich getroffen sondern grausam verletzt. Die so verstümmelten Tiere flüchten mit zerfetzten Eingeweiden oder zerschossenen Knochen weiter, bis sie irgendwo "ihrem Wundbett erliegen" oder nach Stunden (manchmal erst nach Tagen) vom Jäger gefunden werden und den Gnadenstoß erhalten. So sterben etwa doppelt so viel Tiere einen langsamen und qualvollen Tod, wie solche, die sofort totgeschossen werden.

Dag Frommhold gibt in seinem Buch eine gute Zusammenfassung der heute üblichen Jagdmethoden, die jede für sich grausam sind. Besonders schrecklich sind die Treib- und Drück-jagden. Hierbei werden die geschundenen Tiere erst über weite Strecken gehetzt. Das Zitat eines Teilnehmers an einer solchen Drückjagd soll genügen: "Es war grausam. Das Rotwild ist vor Angst die Bäume hochgegangen."

Grausam ist auch die Fallenjagd. Selbst die "humanen" Totschlagfallen verletzen die Tiere meist nur und lassen sie nach stundenlangen Qualen elend zugrunde gehen. So hatte eine solche Falle in Labortests unter Idealbedingungen (die Versuchstiere wurden genau richtig hineingeschoben) eine Tötungseffizienz von 100 Prozent. Bei einer Freilandstudie zeigte sich dann, daß nur gerade 15 Prozent der gefangenen Tiere auch sofort tot waren. Viele Tiere sterben auch in sogenannten "Lebendfallen": Die stundenlange Todesangst im engen, dunklen Käfig führt oft zu Herzversagen; oder aber die Tiere werden halb wahnsinnig und verletzen sich, um dann endlich vom Jäger totgeschlagen zu werden.

Hobbyjäger sind aggressiver
Eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien haben sich mit dem psychologischen Phänomen der modernen Hobbyjagd beschäftigt. Grundtenor bei fast allen Untersuchungen:
Freizeitjäger haben eine höhere Grundtendenz zu aggressivem Verhalten, als durchschnittliche Nichtjäger. So befinden sich unter Soldaten, die besonders bedenken- und teilnahmslos töten, auffallend viele Jäger, die bereits von Kindesbeinen an mit dem Umgang von Waffen und dem Töten vertraut sind.
Prof. Carlo Consiglio: "Die Jagd ist die Schule der Gewalt, durch welche Gefühle des Mitleids unterdrückt werden, die normalerweise der Anblick eines getöteten oder verletzten Tieres hervorruft."

Viele Psychologen sind auch der Ansicht, daß Jäger ein größeres Machtstreben aufweisen, als Nichtjäger und überdies aggressiver und sadistischer sind. Andere sagen zudem: Jäger benötigen die Jagd, um ihre Gefühle von Unsicherheit, Frustration und mangelndem Selbstbewußtsein durch die Herrschaft über und das Töten von Tieren zu sublimieren. Jäger verüben jedoch nicht mehr Gewalttaten als Nichtjäger. Das ist auch nicht verwunderlich, haben sie ihre Aggressionen durch das Töten von Tieren doch bereits ausleben können. Graf Schönburg dazu: Er bedaure es, daß Nichtjäger einfach nicht verstehen könnten, wenn "Jäger Freude empfinden können, nicht obwohl, sondern da ein Individuum stirbt, eine Kreatur ein Ende findet."

Psychologen ziehen letztlich den Schluß, daß die Lust am Töten aus unbefriedigtem Sexual- oder Machtstreben zur Massentötung als makabrem Hobby führe. So sagte denn auch ein Jäger zu einem Nichtjäger: "Dir etwas über die Jagd zu erzählen, ist so gut, wie einem Eunuchen etwas über Sex zu erzählen."
Ein anderer Jäger schrieb, die Existenz eines speziellen Jagdtriebes verneinend: "Es gibt nur einen Trieb, und das ist der Geschlechtstrieb." Offenbarung genug.
Deshalb schrieb die Zeitschrift "Recht für Tiere" treffend:

"Der Jäger liebt Natur und Tiere wie ein Vergewaltiger sein Opfer."


Der ganze Text war zu lang um ihn hier einzustellen. Nachlesen kann man ihn hier:http://www.tierschutz-online.de/index.ph…d=157&Itemid=38
"Das einmal das Wort Tierschutz erfunden werden musste, ist eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung"
- Theodor Heuss -

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Pesetas Frauchen« (21. Juni 2006, 16:52)