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Beiträge: 15

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Tierheilpraktiker

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Montag, 24. Oktober 2005, 11:40

Welcher Vogel passt zu mir?

Infoblatt A01 Juli 2005
Arbeitsgemeinschaft Vogel und ich bei www.vogelforen.de

Welcher Vogel passt zu mir?
von Carola Bettinger

Wer sich entschieden hat, einen Vogel als Haustier zu sich zu nehmen, wird als nächstes vor der Entscheidung stehen, welchen Vogel er nehmen soll. Dabei ist die richtige Wahl bedeut-sam, ist doch Vogel nicht gleich Vogel. Die Art sollte zu den Möglichkeiten, den Erwartungen und dem Charakter des Besitzers passen, damit das Zusammenleben für beide Seiten ersprießlich wird.
Zunächst sollte man sich über die geeignete Größe des Wunschvogels im Klaren sein. Vögel brauchen Platz. Sie benötigen nicht nur eine angemessen geräumige Voliere (passt sie in mein Wohnzimmer?), auch muss die Wohnung so groß sein, dass der Vogel sich im Freiflug aus-toben kann. Das wird sich bei einem großen Ara mit nahezu zwei Metern Flügelspannweite in der Regel sehr schwierig gestalten. Deswegen eignen sich für kleine bis mittlere Wohnungen entsprechend kleine Vögel, weil sie im Flug auch Ecken und kurze Flure ausnutzen können.
Außerdem sollte man prüfen, wie geräuschtolerant die Nachbarschaft ist. Alle Vögel machen dann und wann Krach, aber grundsätzlich gilt: je größer der Vogelkörper, desto gewaltiger sein Stimmorgan. Ob er dieses wirklich regelmäßig ausnutzt, steht auf einem anderen Blatt, aber man muss sich auf Kreischkonzerte einstellen.
Dabei gelten bei den Sittichen vor allem die südamerikanischen Sittiche (wie Sonnen- oder Katharinasittich) und die Agaporniden (z.B. Ruß- oder Pfirsichköpfchen) als besonders laut. Wellensittiche dagegen gelten eher als Dauer-Brabbler, dafür aber als wesentlich leiser. Papageien sind grundsätzlich als sehr geräuschintensiv einzustufen, doch die Aras und Kakadus heben sich unter diesen zusätzlich durch eine besondere „Musikalität“ heraus: Sie pfeifen gern und modulieren (manchmal recht schrill) allerhand Töne.
Des Weiteren findet man unter den Vögeln weitreichende charakterliche Unterschiede. Es gibt z.B. sanftere und hektischere Vögel, neugierigere und schreckhaftere, die Kletterer und die Flieger, die „Familienvögel“ oder die „Einmann-Vögel“, die nur ein Familienmitglied als Bezugsperson akzeptieren.
Daher gibt es meines Erachtens auch nicht DEN Anfängervogel schlechthin, sondern nur den Vogel, der zu mir passt und dem ich gerecht werden kann. Denn alle Vögel, ob groß oder klein, stellen ihre ganz persönlichen Ansprüche, die ich als Halter in jedem Fall zu erfüllen habe.
Man sollte sich überlegen, welche Erwartungen man an die gegenseitige Beziehung hat. Möchte man Vögel ausschließlich zum Zuschauen, dann eignen sich die kleineren Arten, wie z.B. Finken oder Kanarienvögel. Sucht man dagegen eine engere Beziehung zum Tier, so sollte man sich bei den Sittichen umschauen. Doch auch unter diesen gibt es massive Unterschiede, was ihr Entgegenkommen betrifft. Allerdings werden Sittiche oftmals nicht so zahm wie viele der Papageienarten (z.B. Amazonen, Graupapageien, Kakadus).
Aber nicht nur die Zahmheit ist ein Argument. Auch sollte man sich überlegen, wie viel Zeit man für die Vögel aufbringen kann. Gerade die leichter zähmbaren Großpapageien gehören zu den sehr intelligenten Tieren. Diese brauchen neben der körperlichen Beschäftigung beim Freiflug, Klettern und Turnen auch unbedingt die Ansprache und die geistige Herausforderung. Man muss den Vögeln ständig Beschäftigungsmaterial zur Verfügung stellen, und das ist bei großen Papageien meist mit höherem Anspruch und größerem Aufwand für den Halter verbunden als bei kleineren Vögeln.
Nicht vergessen darf man auch die Frage nach den Ansprüchen an die Sauberkeit und die Unversehrtheit der Wohnung. Denn alle Vögel machen Dreck, aber auch hier gibt es Unterschiede: Je größer ein Vogel ist, desto mehr Dreck macht er. In Bezug auf den Kot sind besonders alle Arten von Weichfressern (z.B. Beos, Loris) problematisch, da ihre Hinterlassen-schaften schwerer zu beseitigen sind. Das Gleiche gilt für jene Sittiche, die extrem viel Obst fressen (z.B. südamerikanische Sittiche).
Des Weiteren werden vor allem von Sittichen und Papageien während des Freiflugs gerne Möbel, Tapeten, Kabel etc. angenagt. Große Tiere können dabei durch ihre größere Schnabel-kraft mehr Schaden anrichten als kleine Vögel.

Grundsätzlich sollte sich jeder im Vorhinein über die verschiedenen Arten und deren Ansprüche informieren. Gerade im Internet hat man dazu gute Gelegenheit durch zahlreiche Foren und ihre Fachbeiträge und den Erfahrungsaustausch mit anderen Haltern.
Zudem empfiehlt es sich, die Vogelart, die man ins Auge gefasst hat, erst einmal unverbindlich bei Züchtern oder anderen Haltern zu besichtigen, bevor man sie zu sich holt.

Doch einerlei, wie die Entscheidung letztlich ausfallen mag – man bleibt als Vogelbesitzer immer in der Pflicht, den individuellen Eigenarten seines Vogels aufgeschlossen gegenüber-zustehen und die Bedürfnisse unserer Hausgenossen nach allen Möglichkeiten zu erfüllen. Denn nur die Pflege eines artgerecht gehaltenen und somit gesunden und agilen Vogels kann uns wirkliche Freude bringen.

Dieses Infoblatt wird Ihnen zur Verfügung gestellt von www.vogelkauf.info Copyright: Weitergabe und anderweitige Veröffentlichung dieses Textes in vollständiger, unveränderter Form ist erlaubt und erwünscht, Zitate daraus nur mit Angabe der Quelle. Alle Informationen basieren auf Erfahrungswerten und werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Trotz sorgfältiger Überprüfung kann keine Gewähr für die Richtigkeit und Allgemeingültigkeit der Aussagen übernommen werden, Ein Haftungsanspruch gegenüber den Autoren und Verteilern dieses Informationsblattes für Schäden und Beeinträchtigungen jeder Art, die aus der Anwendung der gegebenen Informationen resultieren, ist grundsätzlich ausgeschlossen