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Helmut

Profi

Beiträge: 574

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Rentier

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Dienstag, 18. November 2014, 22:41

Streunerkatzen in Bielefeld -

Hallo,

aktuell beschäftigt sich unser Fängerteam mit einem Fall von 17,18 - Nr. 19 wurde heute gesichtet ...... scheuen Katzen auf einem Hof im Ortsteil Milse.

Der Tierschutzverein wurde (wie so oft in solchen Fällen) aus unserer Sicht wieder einmal viel zu spät gerufen. Warum erhalten wir von derartigen Fällen immer erst Kenntnis, wenn die Tierzahlen 2-stellig werden?

Die anliegenden Bewohner beteuern, dass es sich alles um Fundkatzen handelt und an dieser Stelle auch nicht gefüttert wird. Dies widerspricht allerdings unserer üblichen Erfahrung.

Katzen sind nun mal keine Wildtiere, auch wenn sie in mehreren Generationen frei geboren werden. Sicher ernähren sie sich in solcher Situation zu einem großen Teil von Kleinnagern und natürlich auch zu einem Prozentsatz von Singvögeln. Aber ganz ohne menschliche Hilfe können sie nicht überleben. Sie brauchen natürlich entsprechenden Unterschlupf und zumindest jahreszeitlich bedingt Zusatzfütterung.

Derzeit bevölkern die scheuen Tiere aus Milse vorübergehend unser Katzenhaus. Denn erst wenn das letzte Tier dort gefangen und kastriert wurde, macht es Sinn die Population dort wieder frei zu setzen. Vermutlich müssen wir dann auch einen geschützten Futterplatz einrichten.

Die kontrollierte Fütterung ist wichtig, um weitere Neuzugänge zu erkennen. Diese müssen dann natürlich auch umgehend gefangen und kastriert werden. Diese weiteren Aktionen sind allerdings ungleich schwieriger. Denn natürlich geraten auch bei der Fangaktion immer wieder die bereits kastrierten Tiere in die Falle. Dadurch kann sich das Prozedere zeitlich ganz schön strecken und wird richtig zeitaufwändig.

Im Rahmen der Fütterung erfolgt dann aber auch die Kontrolle des Gesundheitszustandes der kastrierten Tiere. Streunerkatzen sind häufig schwach und krank. Dann vegetieren sie auf der Straße dahin. Oft sterben sie langsam und qualvoll. Das wollen wir als Tierschützer vermeiden.

Ein Nebeneffekt der kontrollierten Fütterung ist sicher der, dass eine satte Katze sicher deutlich weniger den Singvögeln nachstellt. Satt ist es einfacher gemächlich vor einem Mauseloch zu lauern.

Unser Problem als Verein: Wir betreuen derzeit an 17 Stellen im Stadtgebiet ca. 130 Katzen. Neben Trockenfutter sind dafür ca. 25.000 Dosen Katzenfutter jährlich erforderlich, unterstellt zwei Katzen teilen sich eine Dose Futter. Wir haben einige wenige "Futterpaten", von denen wir monatlich ca. 100 Euro gespendet bekommen. Auch unsere "Fänger" arbeiten auf 450-Euro-Basis. Diese Kosten muss der Tierschutzverein schultern. Von der Stadt erhalten wir dafür keinerlei finanzielle Unterstützung und auch keine "moralische" in Form der notwendigen Kastrationsverpflichtung.

Für unseren Oberbürgermeister gibt es keinen Ansatz dafür. Vielleicht sollten wir Herrn Clausen mal bitten, an so einer tagelangen Fangaktion mit zu wirken ??

VG
Helmut
Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit. Albert Schweitzer