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bluemchen357

unregistriert

1

Samstag, 10. September 2005, 15:27

Zweite Katze?

Hallo

ich brauche mal Euren rat.

Wir hatten zwei Katzen aus dem Tierheim Bielefeld...wovon eine vor kurzem verstarb. Nun möchten wir gerne wieder einen Spielkammerad und Artgenossen für unser Kätzchen...weil sie sich glaube alleine auf dauer nicht wohl fühlen wird. Sie ist sehr sehr anhänglich/verschmust/schüchtern,...so war sie schon im tierheim und bei uns fühlt sie sich richtig wohl. Ihre Schwester war mehr der Freigänger und sie eher die Hauskatze,..sie geht nur mal aufs Dach oder den Balkon....aber sonst ist sie lieber in der Wohnung.

Jetzt weiß ich nicht wielange wir warten sollen....oder wie es das beste für sie ist. Äußerlich ist sie nicht so sehr am trauern(nehmen wir auf jeden fall so war)...also sie maunzt nicht rum ... macht niergendwo hin... sie frißt sehr gut... nur ab und an sitzt sie am Fenster und man meint sie wartet auf ihre schwester.

So nun zu meine Fragen....

1. Wann kan man ein neues Kätzchen holen? Oder muß man da ausprobieren?

2. wie gewöhnt man zwei fremde Kätzchen aneinander?

Ich freue mich auf Eure Antworten

LG
nicole

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »bluemchen357« (10. September 2005, 15:29)


Drago

Catmaster

Beiträge: 101

Wohnort: Bielefeld

2

Donnerstag, 22. September 2005, 19:06

Zeitlich brauchst du auf deine Katze keine Rücksicht zu nehmen, da es bei Katzen keine langfristige Trauer gibt (es ist mehr ein Vermissen bzw. ein Unverständnis über die Abwesenheit des Partners).

Wenn du für eine neue Katze bereit bist, spricht nichts dagegen, schon nach ein, zwei Wochen wieder eine Zweitkatzen ins Haus zu holen.

Ausprobieren brauchst du übrigens nichts, solange du nichts überstürzt.
Du kennst ja am Besten deine Katze und auch das Verhalten der verstorbenen Katze.
Schaue dich in Ruhe im Tierheim um und lasse dich hinsichtlich der Charaktäre der Katzen beraten für die du dich interessierst (grundsätzlich passen meistens gleichgeschlechtliche Tiere zusammen).

Höre auch etwas auf deinen Bauch und dann wirst du schon die richtige Entscheidung treffen, aber zwinge dich nicht unbedingt beim ersten Besuch, unbedingt eine Katze mitnehmen zu müssen.

Wenn du dann irgendwann die richtige Katze gefunden hast, wirst du in der Regel um etwas Theater nicht herum kommen.
Bei mir lief es vor einiger Zeit mit einem Drittkater wie folgt ab:

Zuhause eingetroffen habe ich den Transportkorb erstmal auf eine erhöhte Position gestellt, damit der Neuzugang (für den das Zusammentreffen mehr Stress bedeutet, als für die bisherigen Hausherren) nicht zu sehr in einer defensiven Position ist.
5 Minuten habe ich allen Zeit gegeben um sich zu beschnuppern und nach anfänglicher Neugier entwickelte sich bei meinen eingesessenen Katzen schon etwas Abwehrhaltung. Der Neue hingegen nahm die anderen Beiden ziemlich cool hin, wohl auch, weil er im Tierheim an viele andere Katzen gewöhnt war.

Dann habe ich mich mit dem Neuen im Badezimmer eingeschlossen, ihn freigelassen und abgewartet, dass er in der Katzentoilette das erste Mal sein Geschäft verrichtet hatte.

Und nun folgt das angekündigte kleine Theater. Badezimmertür auf und kurz darauf das erste direkte Zusammentreffen.
Meiner großer Kater sieht den Neuen, faucht ihn kurz an, zieht den Schwanz ein und verkrümmelt sich sofort (hatte den Eindruck, als wenn das Weichei einen akuten Nervenzusammenbruch erlitt).
Anders mein kleiner Kampfkater. Der Neue wird ab sofort nur noch angefaucht und angebrummt. Er hält zwar Distanz, aber verfolgt auch permanent den Neuen.
Letzterem nimmt das alles gelassen hin und versucht weiterhin auch immer wieder näheren Kontakt aufzunehmen.
Da es auf friedlichem Wege aber keinen Erfolg verspricht, fängt nach etwa einer Stunde der Neue an zurück zu fauchen.
Wieder etwas später werden nun Tatzenschläge eingesetzt und schließlich wirft sich der neue bei Angriffen immer wieder auf die Seite bzw. den Rücken in einer defensiven Abwehrhaltung.
Nun beruhigt das das Geschehen etwas und irgendwann hat sich jeder auf einen Platz verkrümmelt, wo er aber weiterhin den anderen beobachten kann.

In den nächsten Tagen ging es dann weiter damit, dass sich immer wieder angefaucht und gehauen wurde, aber nie kam es zu gefährlichen Angriffen oder Verletzungen.
Schließlich ließen die Machtkämpfe nach und nach einer Woche verhielt man sich den anderen gegenüber relativ neutral und nach zwei Wochen ging das Schmusen und gemeinschaftliche Spielen und Jagen los (was mich nach langer Zeit mal wieder einen Blumentopf kostete).

Ein Patentrezept wird es für das Zusammengewöhnen nicht geben, da Katzen genauso verschieden wie wir Menschen sind. Letztlich müssen die Stubentiger das alleine regeln und du kannst nur beobachten.
Wer Katzen nicht mag, muss im früherem Leben eine Maus gewesen sein!