Mittwoch, 17. Januar 2018, 05:17 UTC

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Forum des Bielefelder Tierheims. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Sascha

Admin

Beiträge: 599

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Angestellter

1

Dienstag, 11. Oktober 2011, 09:15

Verbraucher mit Käfig-Eiern getäuscht

EU-Nachbarn missachten Tierschutz

VON FLORIAN PFITZNER UND NICO BUCHHOLZ


Bielefeld. Die Zeit wird knapp. Ab 1. Januar 2012 dürfen Hennen in der EU nicht mehr in engen Legebatterien gehalten werden. Darüber setzen sich viele Produzenten in Deutschlands Nachbarländern hinweg: Sie erklären, die gesetzliche Frist nicht einhalten zu können. Verbraucher können nicht erkennen, in welchen Produkten Käfig-Eier verarbeitet worden sind. Verbraucherschützer pochen darauf, das Gesetz einheitlich durchzusetzen.
214 Eier isst der Durchschnittsdeutsche im Jahr. Hinweise zu Herkunft, Haltung und Frische lassen sich seit 2004 an einem Erzeugercode ablesen. Eiweiß- und eigelbhaltige Lebensmittel wie Nudeln, Schokolade oder Backpulver bleiben derweil ungekennzeichnet – auch dann, wenn sich darin ab 2012 illegale Import-Eier befinden, sagt EU-Gesundheitskommissar John Dalli. "Das muss sich dringend ändern", fordert Ernährungsberaterin Christiane Kunzel von der Verbraucherzentrale NRW.

Zuletzt haben die Agrarminister mehrerer EU-Staaten erklärt, dass es weiter erlaubt sein müsste, Legehennen aus Kostengründen in konventionellen Käfigen zu halten. Während schärfere Standards in Deutschland seit knapp drei Jahren gelten, sehen sich viele süd- und osteuropäische EU-Länder nicht in der Lage, in tierfreundlichere Hühnerställe zu investieren – und Gesundheitsrisiken für Mensch und Tier zu minimieren. 363 Millionen Legehennen gibt es in der EU. "Etwa ein Viertel der Käfige ist noch nicht umgerüstet", so Prof. Hans-Wilhelm Windhorst von der Uni Vechta.
Aus illegaler Käfighaltung vermarktet
Dabei liegt Tschechien mit 95 Prozent vor Griechenland (90) und Spanien (82). Das Gros seines Eier-Imports bezieht Deutschland aus den Niederlanden, denen Windhorst zutraut, den Stichtag einzuhalten. 750 Quadratzentimeter stehen europäischen Hühnern ab 2012 per Gesetz zu, ein Zuwachs um rund ein Drittel. Ein DIN-A4-Blatt hat eine Fläche von knapp 624 Quadratzentimetern. Der Termin zur Käfig-Expansion ist seit 1999 bekannt.

"Für uns ist es inakzeptabel, wenn in anderen EU-Ländern produzierte Eier aus der dann illegalen konventionellen Käfighaltung vermarktet werden", sagt Christiane Riewerts vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft. Herbert Quakernack, Referent für Eier und Geflügel beim Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV), rechnet mit einer Übergangsfrist bis Ende 2013. Darum drohe deutschen Produzenten ein Wettbewerbsnachteil. "Betriebe mit konventioneller Käfighaltung können kostengünstiger produzieren", so Thomas Determeyer, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Owi-Ei in Rietberg.

"Solange die Kennzeichnung eiweiß- und eigelbhaltiger Lebensmittel freiwillig ist", sagt Ernährungsberaterin Kunzel, "sollten Verbraucher von der Produktion in konventioneller Käfighaltung ausgehen."


Dokumenten Information
Copyright © Neue Westfälische 2011
Dokument erstellt am 10.10.2011 um 17:45:31 Uhr
Letzte Änderung am 10.10.2011 um 19:27:54 Uhr

URL: http://www.nw-news.de/news/nachrichten/?…15797&em_loc=62
... man sieht nur mit dem Herzen gut, das wesentliche bleibt für das Auge unsichtbar ... :)
aus "der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry