Freitag, 19. Januar 2018, 21:27 UTC

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Forum des Bielefelder Tierheims. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Tammy

Profi

Beiträge: 543

Wohnort: NRW

1

Dienstag, 7. Dezember 2010, 08:16

Gleiches Recht für alle Rassen

Tierschutzverein fordert Kommunen auf, ''Kampfhundsteuer''herabzusetzen

VON ASTRID SEWING
UND SIGRUN MÜLLER-GERBES

Detmold/Bielefeld. Seit ''Kampfhunde'' in der öffentlichen Wahrnehmung als Bösewichte abgespeichert sind,sitzen Pittbulls, Staffordshire-Terrier oder auch Rottweiler monatelang in Tierheimen. Urteil: ''Nicht vermittelbar''. Verschärft hat sich die Situation, seit viele Kommunen eine ums zehnfache erhöhte ''Kampfhundesteuer'' erheben. Tierschützer in der Region schlagen Alarm.

Jüngster Zugang im Tierheim Detmold ist Leyla, ein Staffordshire-Terrier. Per Gesetz ist sie ein Kampfhund, muss einen Maulkorb tragen und darf nur angeleint ausgeführt werden. Ende November wurde sie in Detmold beschlagnahmt, weil sie fast verhungert wäre. Acht Welpen hat sie geboren - für illegale Züchter schlicht Handelsware,die im Internet verhökert werden sollte. Jeder Knochen am Körper ist zu sehen,scheu schnüffelt sie an der Hand,man kann kaum glauben,dass sie noch mit dem Schwanz wedelt.
In den Tierheimen sind die Hunde zum Problem geworden,die unter §3Absatz 2 des Landeshundegesetzes fallen. Sie zu vermitteln,ist fast unmöglich. Die Auflagen für Halter sind streng. Hinzu kommt,dass viele Kommunen die Steuersätze für diese Rassen und deren Mischlinge massiv erhöht haben.
''Wer kann sich das leisten,mehr als 500 Euro im Jahr nur an Hundesteuer zu zahlen?'',fragt Christopher Imig,stellvertretender Vorsitzender des Vereins '' Tierschutz der Tat'', der für eine Änderung des Landeshundegesetzes streitet - und dafür,die Steuern wieder zu senken. Die Stigmatisierung einzelner Rassen löse nicht das Problem. ''Vor Jahrhunderten wurden Hunde für Kämpfe gezüchtet und abgerichtet. Es wurde aber Wert darauf gelegt,dass sie sich nicht gegen Menschen wenden.'' Das schlechte Image rühre eher daher,dass Pitbull, Staffordshire & Co im kriminellen Milieu als Statussymbole gelten. ''In den Beißstatistiken sind auch Rassen wie Retriever und vor allem Schäferhundmischlinge vorne mit dabei. Das wird aber ausgeblendet.''

Der Antrag auf Herabsetzung der Steuer für die Listenhunde auf den normalen Satz ist für den Verein die logische Konsequenz. Zumindest eine Kommune aus dem Kreis Lippe hat sich dem bereits angeschlossen: Horn-Bad Meinberg hat die erhöhte Steuer kürzlich wieder gesenkt. ''Wir begrüßen das sehr'',sagt Imig.
Außerdem schlagen die Tierschützer vor,dass jeder,der einen Hund aus dem Tierheim holt,ein Jahr lang von der Hundesteuer befreit wird-so,wie es beispielsweise die Stadt Bad Salzuflen handhabt. ''Der Tierschutz ist im Grundgesetz verankert. Im Sinne der Tiere müssen wir handeln. Es kann nicht sein,dass wir völlig normale Hunde nicht vermitteln können,nur weil sie auf einer Liste stehen.'' Der Einnahmeverlust der Kommunen sei ohnehin gering.
Ähnlich argumentieren auch Vertreter anderer Tierheime. Der Leiter des Hundehauses im Tierheim Gütersloh, Arne Grapp, hat erlebt, wie Interessenten ''sofort das Weite suchen,wenn sie hören,dass sie für ein Tier 540 Euro im Jahr zahlen sollen''. Fünf Hunde,die unter die ''Kampfhundeverordnung'' fallen,betreut das Tierheim zurzeit - Pitbull-Mischling Max beispielsweise lebt schon länger als ein Jahr im Käfig,Staffordshire Kollege Rocky fast ebenso lange,obwohl ihn Grapp als ''nettes,völlig unauffälliges Tier'' beschreibt.
Statt die Steuer für solche Tiere zu steigern,schlägt Grapp den umgekehrten Weg vor: Steuern hoch für alle Hunde-und Ermäßigungen für Halter,die eine Sachkundeprüfung abgelegt haben,egal für welche Rasse. Für ''reine Willkür''hält er die Regelung in der Stadt Gütersloh,die erst zum Jahresbeginn den Steuersatz für Kampfhunde verachtfacht hat - angesichts von 26 Hunden,die in Gütersloh gelistet seien,auch keine Rettung für die Stadtfinanzen.
Im Kreis Minden-Lübbecke sind etliche Kommunen von Hüllhorst bis Pr.Oldendorf den gleichen Weg gegangen. Das Tierheim könne ''gefährliche'' Hunde fast nur noch nach Niedersachsen vermitteln,wo die Regeln weniger streng seien, sagt Karin Kleine,Vorsitzende des Tierheim-Vereins. Die Steuerregeln hält sie für eine ''grobe Ungleichbehandlung'',die speziell am Hauptproblem,dem illegalen Import gefährlicher Hunde aus Osteuropa,nichts ändere:''Man müsste die dunklen Kanäle trockenlegen,über die die Tiere gehandelt werden'' - Kanäle,über die auch Leylas Welpen verkauft werden sollten,die nun in Detmold auf ein reguläres Zuhause warten.

Hundesteuer im Vergleich

Die Hundesteuer ist eine kommunale Steuer und kann deshalb jeweils vor Ort festgelegt werden. Die Sätze sind sehr unterschiedlich. Ein paar Beispiele aus der Region:

*Paderborn: 72 Euro im Jahr für gewöhnliche Hunde, 600 für ''Kampfhunde'' wie Pittbull, American Staffordshire oder Bullterrier.

*Bielefeld: 96 Euro,egal welche Rasse.

*Herford: 80 Euro generell

*Gütersloh: 540 Euro ''Kampfhunde'', 70 Euro sonstige. Satz ist erst zum 1.1.2010 erhöht worden,es laufen etliche Klagen dagegen.

*Detmold: 540 Euro ''Kampfhunde'', 67,50 sonstige

*Minden: 60 Euro generell

*Höxter: 540 Euro ''Kampfhunde'', 66 sonstige

Quelle: Neue Westfälische, Ostwestfalen Lippe, 7.12.2010
Ich bin die Schnellste :

Während andere noch stolpern - liege ich schon auf der Fresse .

Beiträge: 574

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Rentier

2

Dienstag, 7. Dezember 2010, 21:10

Hundesteuererhöhung in Bielefeld

Hallo,

aktuell ist es richtig, dass man in Bielefeld für den ersten Hund 96,00 € zahlen muss und dabei die Rasse keine Rolle spielt.

Zur Zeit ist aber eine Erhöhung der Hundesteuer im Gespräch (war bereits in der Zeitung zu lesen). Also werden auch zukünftig die Tierhalter Ihren Beitrag zur Minderung der Finanzmisere in unserer Stadt beitragen. Geschätzte derzeitig Einnahme bei gemeldeten 13000 Hunden = 1,2 Mio €.

Kurzfristig wird das Tierheim und der Tierschutzverein die Folgen der Steuererhöhung sicher ausbaden dürfen. Und der schnelleren Vermittlung unserer Hunde kommt solch eine Entscheidung sicher auch nicht zu gute.

Vor Jahren habe ich auch für Bielefeld einen Antrag gestellt, Hunde, die aus dem Tierheim kommen, von der Steuer zu befreien (zumindest für das erste Jahr). Bleibt für mich die Frage, ob denn unsere "Stadtväter und -mütter" bei der Steuererhöhung auch nur einen Gedanken an den Tierschutz verschwenden werden.

Ach ja: Der Antrag wurde mit der Begründung abgelehnt, dass diese Regelung ja eine Ungerechtigkeit gegenüber Tierübernehmer aus den Nachbargemeinden, in die wir natürlich auch vermitteln, bedeuten würde.

Bielefelder Bürger dürften sich aktuell zumindest gegenüber Salzuflern schlechter behandelt fühlen, da es dort wohl solch ein Entgegenkommen gibt.
Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit. Albert Schweitzer

Tammy

Profi

Beiträge: 543

Wohnort: NRW

3

Mittwoch, 8. Dezember 2010, 14:35

Da kann ich froh sein,das ich in Spenge wohne. Hier kostet ein Hund (egal welche Rasse) 36,-€ im Jahr. Für meine beiden bezahle ich 132,-€ pro Jahr.
Für mich ist klar das einige Städten und Gemeinden das Landeshundegesetz dafür nutzen um ihre Kassen zu füllen und das ist nicht in Ordnung. :motz: Was geschieht mit der Hundesteuer? ?( Für Tiere oder Tierheime wird sie garantiert nicht verwendet. Wenn sie schon den Hundehaltern das Geld aus der Tasche ziehen,dann sollen sie doch einen Teil der Hundesteuer den Tierheimen und Tierschutzvereinen zukommen lassen. Sie sollten mal drüber nachdenken,was wäre,wenn es diese Einrichtungen (die sich ja meist selber finanzieren müssen) nicht gäbe.
Ich bin die Schnellste :

Während andere noch stolpern - liege ich schon auf der Fresse .

Ähnliche Themen