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1

Samstag, 20. März 2010, 16:37

Kein Happy End für Lady

Hallo ins Forum,

über den Artikel in der NW "kein Happy End für Lady" war ich hin und her gerissen zwischen ärgerlich, böse und nachdenklich.

Ich habe daraufhin einen Brief an die NW geschickt und ich bin mal gespannt, ob der veröffentlicht wird.

Schade, dass es mit der Vermittlung von Lady so schief gelaufen ist - schade aber auch, dass die NW soetwas veröffentlicht. Das unterstützt nicht gerade die Tierheimarbeit.

Im Sinne vieler wartender Tiere sollten Artikel in Zeitungen Tierheimarbeit öfter mal ins Rampenlicht setzen. Immerhin sind wir Menschen an dem vielen Elend nicht ganz unschuldig.

In diesem Sinne,

Susanne Weinert und Familie mit den Minitigern Flecki, Manki, Flash, Katie, Mira und Ziena

Mince

Schüler

Beiträge: 113

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Erzieherin

2

Samstag, 20. März 2010, 19:35

Um was geht es denn in dem Artikel? Ich kenne die Geschichte nicht, ürde mich aber sehr intressieren.

3

Sonntag, 21. März 2010, 09:30

Ja, es geht um die Vermittlung von Lady, eine ältere Katze, die dann an eine Frau vermittelt wurde, die eine zweite Katze suchte.

Und schon im Tierheim war die Frau über den Zustand von Lady erschrocken, die in einer Einzelbox saß und nicht viel auf den Rippen hatte. Das fell sah wohl aus wie das einer Strassenkatze (ungepflegt und struppig), Futternapf war nicht angerührt und auf Nachfrage wurde ihr gesagt: Die Katze hätte sich zurückgezogen und die würden die Mitarbeiter dann einfach vergessen (Zitat!).

Naja, die Frau hat die Katze mitgenommen, aber an einem der folgenden Tagen durch die Mitarbeiter des Tierheims zu Hause einfangen lassen, weil sie nicht mehr gefressen hätte und so komisch anfing zu würgen (als ob sie sich die Zunge rausreißen würde).

So, und im Tierheim sei entdeckt worden, dass die Zähne der Katze entzündet gewesen seien und die Katze daraufhin eingeschläfert wurde.

Und jetzt kommen die Vorwürfe: wieso hatte das Tierheim das nicht vorher gewesen (die entzündeten Zähne) und wieso schläfert man ein Tier dann ein.....

Frau Snelting hat dann eben einiges dazu gesagt: Soweit sie das alles beurteilen konnten, war lady gesund und das Nichtfressen hat oft seelische Ursachen. Sonst wäre sie nicht abgegeben worden. Lady sei auch nicht vergessen worden, aber eben so zickige Katzen wie Lady lassen sich schlecht vermitteln. Daher war sie auch im Internet und in der Tierheimzeitung zu sehen....

Fazit jedenfalls von Frau Niethen (die die Katze übernommen hatte): Über dieses Tierheim setzt sie keinen Fuß mehr.

So in etwa war der inhalt des Artikels mit Foto von der Frau und ihrer eigenen Katze.

Ich fand den Artikel einfach unpassend und habe dazu einiges an die NW geschrieben.

Ich denke auch, wenn so ein negativer Bericht über das Tierheim in der Zeitung ist, sollte im Gegenzug mal über die super vermittelten Fälle geschrieben werden.

Dieser Artikel hilft jedenfalls nicht den Tieren.

Schönen Sonntag, Susanne Weinert

4

Sonntag, 21. März 2010, 10:06

Ach so, jetzt habe ich noch etwas Wichtiges vergessen:

Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass die Katze einen Tumor in der Mundhöhle hatte, den man so nicht sehen konnte.....

Also war eine Heilung wahrscheinlich sowieso nicht möglich...

5

Sonntag, 21. März 2010, 20:45

Hallo Susanne,

wir haben den Artikel heute früh beim Frühstück gelesen und anschliessend lange darüber diskutiert.

Uns sind noch ein paar andere Ungereimtheiten aufgefallen.

Generell sagt man ja, eine Zweitkatze soll immer jünger sein, als die Erstkatze. Wieso nimmt sie eine Katze mit, die älter ist, als die vorhandene?

Sie sagt, sie konnte die Katze anfangs streicheln ... wieso konnte sie sie dann nicht fangen?

Unsere erste Katze war auch völlig abgemagert, zerzaust und hatte
einiges durchgemacht. Sie hat sich die ersten Tage nur versteckt und es
bedurfte viel Liebe und Geduld bis sie sich von allen Ängsten erholt
hat.

Streicheln konnten wir sie die ersten Tage nicht ... aber da sie sich versteckte, hätten wir sie fangen können... auch wenn das manchmal Möbelrücken bedeutete oder eben Leckerli ins Transportkörbchen und stundenlanges Lauerliegen.



Sie erwägt gar nicht erst, mit der Katze zum Tierarzt zu gehen ... sie wollte sie sofort wieder zurück ins Tierheim bringen. Warum?

Ich meine, unsere kleine (zweite) Katze hat Probleme mit den Augen. Das wurde im Tierheim vermutlich auch nicht erkannt. Wir haben es selbst auch erst nach ein paar Tagen gesehen. Aber dennoch haben wir sie nicht zurück ins Tierheim gegeben, sondern sind lediglich zum Tierarzt.

Vermutlich hätte das sogar der Tierheim Tierarzt gemacht, wenn wir dem Tierheim von den Problemen erzählt hätten ...

Im Zeitungsartikel steht kein Wort davon, dass die Frau erstmal einen Tierarzt aufsuchen wollte ... sie wollte sie sofort zurückgeben. Und das nur, weil die Katze würgt? Das hätte auch was harmloses sein können.

Auch steht in dem Zeitungsartikel, dass sie dann ein paar Tage später im Tierheim angerufen hat, um sich nach der Katze zu erkundigen. Wieso erst ein paar Tage später?

Der Tierarzt hat sich das Tier bestimmt umgehend angesehen ... da hätte sie doch schon am selben Tag anrufen und nachfragen können. Bzw. theoretisch das Tier wieder abholen können. Aber sie wollte das Tier ja gar nicht wieder. Wieso heuchelt sie dann interesse vor, indem sie ein paar Tage später anruft? Das ist doch Heuchelei und mehr nicht.

Mir kam der Artikel wirklich so vor, als hätte die Frau nicht wirklich Interesse für die Katze gehabt.

Gerade diese "Problemtiger" brauchen anfangs sehr viel Liebe und Geduld. Die hatte sie wohl nicht.

Das ein Tier eine Krankheit hat, die im Tierheim nicht erkannt wurde ... das kann passieren.

Wie oft finden Humanmediziner nicht sofort die Krankheit des Patienten?
Da wird Magen-Darm-Grippe festgestellt, statt einer Schwangerschaft oder einer Blindarmentzündung etc.

Zusammengefasst würde ich sagen, die Frau hat einfach versagt. Aber da sie es sich selbst nicht eingestehen wollte, macht sie das Tierheim dafür verantwortlich.

Was ich schön fand in der Zeitung war, dass der Artikel ziemlich objektiv war. Es wurden einfach beide Seiten dargestellt und der Journalist hat sich weder auf die Seite der Frau noch auf die Seite des Tierheimes gestellt.

Die Aussage des Tierheimes fand ich gut.

Liebe Grüße

Susanne

6

Montag, 22. März 2010, 08:24

Hallo Susanne,

ja, ich würde auch sagen, dass die Frau nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft und die Katze viel zu schnell zurückgegeben hat.

Aber ich empfinde den Artikel nicht als objektiv.

Wenn im Artikel steht, die Katze sehe aus wie eine Straßenkatze und die Mitarbeiter hätten gesagt: ...die Katzen vergessen wir einfach....., - das stellt das Tierheim in ein schlechtes Licht, ebenso die Mitarbeiter.

Die Frau sollte sich mal fragen, wieviel Zeit die Mitarbeiter für ein einzelnes Tier haben. Und dann die vielen Sorgentiere, die aus irgendwelchen Gründen wochenlang sitzen.

Ich habe den Eindruck, die Chemie zwischen der Frau und den Mitarbeitern hat nicht gestimmt und das wollte Frau Niethen jetzt mal los werden und darum der Weg zur NW.

Das es bei so vielen Tierheimtieren immer mal Schwierigkeiten gibt, bleibt doch nicht aus, aber da hat man als Übernehmer die Klappe zu halten, denn letzendlich schadet man doch durch solche Artikel nur den Tieren und schreckt mögliche Interessenten ab.

So, nun allen einen guten Wochenbeginn,

Susanne

Albert

Profi

Beiträge: 574

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Rentier

7

Montag, 22. März 2010, 21:24

Kein Happy End für Lady

über den Artikel in der NW "kein Happy End für Lady" war ich hin und her gerissen zwischen ärgerlich, böse und nachdenklich.
Natürlich habe ich am Samstag auch den Artikel in der Zeitung gelesen und meine Reaktion war in etwa genau so wie die von Susanne. Natürlich habe ich genau nachgefragt.

Also ich war auch nachdenklich. Warum rennt jemand nach der Geschichte sofort zur Zeitung (und warum drucken die sowas ???). Über die Gründe darf man rätseln "Es kann ja nicht an mir liegen, dass es der Katze schlecht ging ..."
Die Katze wurde natürlich im Tierheim nicht vergessen. Das Tier saß zwar in einer der Einzelboxen, da es mit einer größeren Gruppe von Katzen überfordert war. Lady war aber verträglich mit Einzeltieren. So hatte Sie Besuch der zweiten Katze, da sich beide Tiere den Außenzwinger teilten.

Es gibt leider Tiere, die gehen "etwas unter", werden bei der Vermittlung "übersehen". Dass soll aber heißen, dass sie von den Interessenten einfach nicht wahrgenommen werden. Natürlich vergisst das Personal diese Tiere nicht. Die Tiere werden mehrfach am Tage gefüttert, die Klos gesäubert. Auch wenn für das Einzeltier nicht unendlich Zeit bleibt, merkt man dabei unwillkürlich, ob ein Tier frisst, oder die Toilette benutzt. Logisch oder? Und Lady hat zu dem Zeitpunkt auch noch gefressen.
Da hat Frau Ni. was falsch verstanden. Diese Tiere haben dadurch bei der Vermittlung Pech, dass sie sich nicht in den Vordergrund drängen.
Bei der Vermittlung wurde sie auf die notwendige Zahnbehandlung hingewiesen. Und der Katze ging es nicht besonders gut (das die Ursache dafür sehr wahrscheinlich der Tumor war, konnte zu dem Zeitpunkt nicht erkannt werden - leider). Das es der Katze nicht gut ging, dieses Tier sich mehr und mehr aufgab wurde gesagt. Deshalb wurde dieses Tier auch nicht sofort vermittelt, sondern zunächst als Pflegetier übergeben. Unsere Mitarbeiterin hat Lady dann wieder abgeholt, da Frau Nie. die Katze nicht unter dem Bett weg bekam.
Sie brachte deutlich zum Ausdruck, dass sie Lady auf keinen Fall wieder haben wollte.

Kritik müssen wir ertragen (schlimm nur, wenn sie berechtigt wäre - in diesem Fall sicher nicht). Man kann so und so reagieren. Eine Möglichkeit ist es auch, sich zu engagieren, gerade dann, wenn man den Eindruck hat, dass etwas nicht in Ordnung sein könnte.
So ist es mir auch mal vor vielen Jahren ergangen. Deshalb bin ich zum aktiven Mitglied des Vereins geworden. Und ich habe es bis heute nicht bereut.

Euer
Albert
Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit. Albert Schweitzer

8

Dienstag, 23. März 2010, 09:28

Hallo ins Forum,

es freut mich, dass die NW einige sehr kritische Leserbriefe zu diesem Thema gedruckt hat.

Ich habe bei der NW vorgeschlagen, diesem "Lady-Artikel" einen sehr positiven entgegenzusetzen oder zumindest das Tierheim nochmal Stellung nehmen zu lassen.

Natürlich kann man sich auch fragen, wieso die NW so einen Artikel überhaupt in die Zeitung nimmt.

Naja, damit wird man leben müssen -

übrigens war die Antwort der NW zu meinem o.g. Vorschlag recht zurückhaltend.

Ich würde mir wünschen, dass in Zukunft solche Artikel nicht erscheinen und man immer wieder die vielen Schwierigkeiten, aber auch die gut vermittelten Fälle in den Vordergrung stellt!

Viele Grüße, Susanne

Mince

Schüler

Beiträge: 113

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Erzieherin

9

Mittwoch, 24. März 2010, 14:03

Ich habe den Artikel nun auch gelesen und finde ihn auch sehr komisch. Denn wenn man sich eine "Problemkatze" aufnimmt, weiß man zum teil auf was man sich einlässt bzw. wenn man doch überfordert ist und gibt man dieses Tier zurück, würde ich doch mich merhmals und immer erkundigen, wie es "meinem" Tier geht, das tu ich nicht erst mehrere Tage später, gerade wenn ich weiß, dass "mein" Tier krank ist. Alles einwenig zu merkwürdig diese ganze Geschichte... Leider gehen solche Geschichten immer auf Kosten der Tiere, denn viele schreckt doch diese Artikel ab und nehmen kein Tier mehr aus dem Tierheim, leider....

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