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nickie

Schüler

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Wohnort: Detmold

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Donnerstag, 13. September 2007, 08:17

Vogelgrippe: Das Märchen von den gefährlichen Wildvögeln

Vogelgrippe: Das Märchen von den gefährlichen Wildvögeln
Tierschützer: H5N1-Viren stammen aus Tierfabriken

Sigmarszell (LiZ). "Die gefährlichen Formen der Geflügelpestviren sind ein Produkt der intensiven Massentierhaltungen, das wissen Virologen und Epidemiologen seit langem", sagt Tierärztin Karin Ulich, Sprecherin des Vereins "Tier und Mensch". Dennoch versuche der Geflügelwirtschafts- verband mit Hilfe von Wissenschaftlern und Behörden, das Märchen von den gefährlichen Wildvögeln lebendig zu erhalten - nach Karin Ulichs Auffassung eine "haltlose Hypothese, für die es keine Belege gibt".
Nach der Entdeckung des Vogelgrippe-Virus in zwei Entenmastbetrieben in der Oberpfalz lasse sich die Co-Existenz der H5N1-Viren mit Enten in den mit Tausenden von Tieren voll gestopften Hallen nicht mehr leugnen. "Sie besteht möglicherweise schon seit langer Zeit unbemerkt. Während Wildvögel akribisch beobachtet wurden, hat man bei den in Massentierhaltungen produzierten Masttieren viel zu wenige Stichproben gemacht, um dieser Infektionskette auf die Spur zu kommen", so Ulich.

"Das Interesse daran schien zu fehlen. Wenn während eines Mastdurchgangs 5 Prozent der Tiere sterben, ist das ohnehin im Bereich des Normalen. Wozu dann Stichproben - es ist doch viel gewinnbringender für die industriellen Großunternehmer, die gut abgeschotteten Ställe zu loben und das Freilandgeflügel in die Ställe zu verbannen, nachdem der Verbraucher zunehmend Produkte aus artgerechter Haltung forderte und die der unsäglichen Tierhöllen ablehnte."

So hätten auch immer wieder Erreger über infizierten Kot und sonstige Abfälle in die Natur und auf die Felder verbracht werden können, die dabei auch in die Gewässer ausgeschwemmt werden. "Seltsam ist nur, dass nun niemand vor den möglicherweise infizierten Produkten in den Supermärkten warnt. Ist das Virus vielleicht doch nicht so gefährlich, wie uns immer weisgemacht wurde?", fragt Karin Ulich.

Der Verein "Tier und Mensch" jedenfalls warne vor der Willkür, mit der die natürliche, gesunde Freilandhaltung von Geflügel am 12. September durch eine neue Verordnung weiterhin eingeschränkt werden soll, zugunsten der Expansion von "Seuchenbrutanstalten". Anders könne man die krank machenden düsteren, stickigen Hallen nicht nennen, in denen "Hunderttausende von Hühnern, Puten und Wassertieren unter Dauerstress ihr Leben verbringen müssen". Wasservögel auf dem Trockenen - das sei eine besonders grausame Tierquälerei. "Der Preis für billige Massenware erscheint uns entschieden zu hoch", so Karin Ulich, die hofft, "dass nun endlich den Verbrauchern und Politikern ein Licht aufgeht".
http://linkszeitung.de/content/view/142884/1/