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Pepes Frauchen

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Mittwoch, 14. Februar 2007, 14:12

Abgeschobene Listenhunde

Kassel
Tyson muss bleiben
Zwinger Kaufungen: Kassel und Kreisgemeinden zahlen für gefährliche Hunde

Von Nina Krüger und Ralph-Michael Krum

kassel. Tyson lebt auf acht Quadratmetern. Tagein, tagaus. Sein einstiges Herrchen konnte die Kosten für das Tier nicht mehr bezahlen. Regelmäßig bekommt er sein Futter, geht genauso regelmäßig Gassi. Doch der neunjährige Pitbull-Terrier wird nie woanders leben als in seinem Kaufunger Zwinger, wird dort wohl eines Tages sterben. Er gilt als nicht vermittelbar. Und produziert Kosten - 12 000 Euro bisher.

"Der Hund verhält sich friedlich - er wurde nur wegen seiner Rasse als gefährlich eingestuft", sagt Ahnatals Bürgermeisterin Regina Heldmann. Ihre Gemeinde ist eine von 20, aus denen Hunde wie Tyson nach Kaufungen kommen (wir berichteten). Sein Hundeasyl kostet 10,23 Euro pro Tag. Dafür gibt es ein Dach über dem Kopf, Futter, Auslauf und ärztliche Versorgung.

Ein ziemlich teurer Spaß für Kassel und seine 19 Kreisgemeinden. "Wir haben im Jahr 2006 rund 80 000 Euro für Hunde bezahlt, die aus Kassel nach Kaufungen gekommen sind", sagt Bernd Kessler vom Ordnungsamt der Stadt. 10,23 Euro sind täglich pro Tier an den Zwinger zu zahlen. Zusätzlich überweist Kassel jährlich rund 11 000 Euro Miete, so viel wie alle anderen Gemeinden zusammen.

1800 Euro kostet die monatliche Miete für den Zwinger. Dass Kassel davon die Hälfte zahlen muss, die restlichen Kreisgemeinden den Rest, hat mit einem Verteilungsschlüssel zu tun, der auf Grund von Einwohnerzahlen und angemeldeten Hunden pro Kommune erstellt wurde.

"Es gibt keinen Grund, das Tier einschläfern zu lassen."

Regina Heldmann

Tyson lebt seit vier Jahren in Kaufungen. "Wir haben es geprüft - der ehemalige Besitzer kann nicht zahlen", sagt die Bürgermeisterin. Es seien mehrere Versuche unternommen worden, den Pitbull zu vermitteln - erfolglos. Der Hund ist inzwischen neun Jahre alt. "Das ist kein Grund, das Tier einschläfern zu lassen", sagt Regina Heldmann.

Dr. Hans-Dieter Rietze unterstützt die Bürgermeisterin. "Es ist im Tierschutzgesetz verankert, dass ein Tier keine Sache, sondern ein Lebewesen ist und Kosten bei einer solchen Lage nicht zählen dürfen." Es habe erst einen Fall gegeben, in dem Rietze der Tötung eines Hundes in Kaufungen zugestimmt habe. "Das Tier stand unter Dauerstress, war nur aggressiv." Nur, wenn ein Hund ständig leide und sich selbst verstümmele oder nicht mehr kommuniziere, könne er erlöst werden.

Natürlich stören Regina Heldmann die Kosten, die ihre Gemeinde für den Pitbull aufbringen muss. Ihm zuliebe hofft sie weiter. "Vielleicht findet Tyson doch ein Zuhause. Ich wünsche es ihm."

13.02.2007
"Weh dem Menschen, wenn nur ein einziges Tier im Weltgericht sitzt."
Christian Morgenstern