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petrad

Schüler

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1

Dienstag, 5. September 2006, 17:38

Fleischskandale in Deutschland-Guten Appetit

Übersicht der Fleischskandale 2006

01/09/2006 - Neuer Gammelfleischskandal
Verbraucherschutzminister Horst Seehofer wollte uns eigentlich vor sogenannten "Schwarzen Schafen" der Fleischindustrie schützen. Doch nur wenige Monate später kommt es wieder ganz dick:
In Großhandelsbetrieben in München und in Niederbayern, u.a. in Deggendorf, im Landkreis Passau und in Regensburg, wurden in der vergangenen Woche über 100 Tonnen zum Teil stark vergammelte Fleischprodukte beschlagnahmt, die bis zu vier Jahre abgelaufen waren.
Bei dem Münchner Großhändler für Döner- und Wildfleisch wurden rund 40 Tonnen überlagertes, verdorbenes Enten, Geflügel- und Wildfleisch aus dem Kühlhaus beschlagnahmt. Die Proben und Untersuchungen ergaben ekelerregende, verdreckte Zustände mit grünlichem Schimmel und Frostbrandspuren.

Der Münchener Großhändler lieferte bundesweit aus, große Menge sind auch in andere EU-Länder,u.a. Österreich, exportiert worden. Zum Teil wurde das Fleisch aus Thailand und Südamerika importiert.
Anhand der Kundenlisten des Dönerfleisch-Großhändlers werden umliegende Gaststätten, Restaurants, Imbissbuden und Asia-Shops in München und bundesweit untersucht. In Mainz und Kaiserslautern wurde bereits verdorbenes Fleisch vom Münchener Zulieferer gefunden.

Dieser neue Fall von Gammelfleisch ist nur aufgedeckt worden, weil es einen anonymen Hinweis an die Polizei gegeben hatte. Da die Lebensmittelsicherheit nicht zu den Kompetenzen des Bundes, sondern des Landes gehört, deren Kontrollen wiederum von den Gemeinden organisiert werden, ist das Kontrollsystem zu kompliziert und die Struktur der Branche zu verflochten und kleinteilig strukturiert. Kontrollen können nur stichartig gemacht werden, die Unternehmen arbeiten auf internationaler Ebene, Schlachttiere werden durch ganz Europa gekarrt und auch wird vermutet, dass die kommunalen Behörden zu eng mit den örtlichen Unternehmen zusammenarbeiten. Die Zerlegung, Verpackung und Verarbeitung findet in jeweils anderen Betrieben statt, eine systematische Kontrollkette ist einfach kaum möglich.

Thilo Bode von der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch sagte, der Fleischmarkt sei "ein Markt, in dem flächendeckender Betrug System ist". Es sei "einfacher und lukrativer zu betrügen, als ein Qualitätssicherungssystem aufzubauen".
Gammelfleisch komme keinesfalls nur im Rahmen der großen Skandale vor, sagt Bode. In Bayern würden regelmäßig 30 Prozent der geprüften Fleischwaren beanstandet, die Hälfte davon sei gesundheitsschädlich.


08/2006 - Blauzungenkrankheit in Nordrhein-Westfalen
Zum ersten Mal ist die gefährliche Blauzungenseuche aufgetreten auch in Deutschland aufgetreten. Betroffen sind Schafe und Rinder in Aachen sowie im Kreis Düren, nachdem die Blauzungenkrankheit zunächst bei Schafen im holländischen Kerkrade festgestellt wurde. Die Tierseuche wurde bereits in neun deutschen Betrieben nachgewiesen. Niemand rechnete damit, dass sich die Seuche so schnell ausweiten würde, Minister Eckhard Uhlenberg befürchtet eine weitere Ausweitung.

Das NRW-Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf hat umfangreiche Vorsichts-maßnahmen für Teile Nordrhein-Westfalens verfügt. Das Beobachtungsgebiet um Kerkrade mit einem Radius von 150 Kilometern umfasst Kreise und Städte in NRW, Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland.
Nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts ist der Erreger der Blauzungenkrank-heit für Menschen nicht gefährlich.


07/2006 - Fleischtest: 38 Prozent mit Salmonellen/ Keimen verseucht
Im Auftrag des ZDF- Magazins "Frontal 21" hat eine Untersuchung in mehreren Supermärkten ergeben, dass jede 6. von insgesamt 55 Stichproben Hackfleisch und Hackfleischzubereitungen mit gesundheitsgefährdenden Salmonellen und Überschreitungen der zulässigen Keimzahl verseucht war. Mehrere renommierte Lebensmittelketten (Discounter) sind betroffen.
"Man kann von Vorstufen von Gammelprozess sprechen", so der Lebensmittelprüfer und Sprecher des Präsidiums des Deutschen Verbandes Unabhängiger Prüflabor-atorien (L+S AG), Dr. Gero Beckmann im Gespräch mit Forntal 21.

Ungefähr 60.000 bis 120.000 Menschen - abgesichert durch Laborergebnisse - erkranken pro Jahr an Salmonellen, darunter werden ca. 70 bis 120 Todesfälle verzeichnet. Sicher ist: Die Dunkelziffer ist riesig. Der Faktor beträgt ungefähr zehn bis zwanzig, d. h. man könne davon ausgehen, dass jährlich im Millionenmaßstab Menschen an Salmonellenerkrankungen durch Lebensmittel in der Bundesrepublik Menschen erkranken, so Beckmann.


07/2006 - Fleisch und Eis: Jede sechste Probe ist verdorben
Aus dem Jahresbericht des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittel-sicherheit:
Im Jahr 2005 wurden über eine Million Kontrollen in 592.000 Betrieben gemacht.
Die meisten Verstöße wurden bei Eis, Fleisch und Zuckerwaren gemacht. Fast jede 6. Probewar verdorben oder enthielt krankheitserregende Keime.
Neun Prozent der Proben wiesen Verunreinigungen durch Rückstände wie Pflanzenschutzmittel, Acrylamid oder Fremdkörper auf. Bei etwa der Hälfte aller beanstandeten Fälle haben Firmen gegen Kennzeichnungspflichten verstoßen. Mehr als jede 7. der beanstandeten Proben entsprach in ihrer Zusammensetzung nicht den Vorschriften - so wurde z.B. Schweinefleisch anstelle von Kalbsfleisch für Wiener Schnitzel verwendet.
Kurzum: Nahezu jeder 5. Lebensmittelbetrieb, der Lebensmittel herstellt, bearbeitet oder verkauft, ist im Vorjahr bei staatlichen Kontrollen negativ aufgefallen.

Trotz dieser schlchten Bilanz hält das Bundesamt schärfere Sanktionen nicht für notwendig! Denn der Wert sei seit Jahren in etwa gleich geblieben... Aha! Kluge Entscheidung? Ich finde das zum Schämen.


06/2006 - Gesundheitsrisiko durch Verzehr von Hammelfleisch?
Die britische Lebensmittelüberwachungsbehörde Food Standard Agency (FSA) hat jetzt erstmals öffentlich eingeräumt, daß der Verzehr von britischem Hammelfleisch "eine potentielle Gesundheitsgefahr" darstellen könne.

Berichten zufolge sei unklar, inwieweit die erst seit 2002 bekannte atypische Form von Scrapie bei Schafen auf Menschen übertragbar ist. In Großbritannien sind derzeit bis zu 82.000 Schafe mit der atypischen Form infiziert. Die FSA spricht von einer "ernstzunehmenden Situation", beim Verzehr von Hammelfleisch sei zunächst Vorsicht geboten.
Rund ein Viertel des in Großbritannien verkauften Schaffleisches besteht aus Hammelfleisch, das v.a. in Wurst, Pasteten und Fertiggerichten verwendet wird. Die Details für die Verbraucher sind jedoch oftmals nicht aus der Zutatenliste nicht ersichtlich.


06/2006 - Salmonellen in 30 Prozent der großen Legehennenbetriebe
Das vorläufige Ergebnis einer Studie, die im Auftrag der Europäischen Kommission in den 25 europäischen Ländern durchgeführt und nun von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ausgewertet wurde, stellte sicher:

In knapp 30 Prozent der großen deutschen Legehennenbetriebe kommen Salmonellen vor. In den skandinavischen Ländern liegt die Quote unter 1 %, in einigen osteuropäischen Ländern sogar bei 65 % und darüber.
Ein Zusammenhang bestünde zwischen Salmonellenbelastung, Betriebsgröße und Haltungsform: Größere Betriebe mit mehr als 3.000 Legehennen und Tieren in Käfighaltung waren häufiger betroffen als kleinere Betriebe und solche mit Boden-, Volieren- oder Freilaufhaltung.

Die positive Befunde wurden im Nationalen Referenzlabor für Salmonellen des BfR experimentell bestätigt und liefern erstmals vergleichbare Zahlen für alle 25 Mitgliedsstaaten der EU. Die Werte sollen als Basis für EU-weite Bekämpfungs-maßnahmen unter Berücksichtigung der spezifischen Situation in den einzelnen Mitgliedsstaaten dienen.
Im vergangenen Jahr (2005) wurden in Deutschland nur noch rund 52.000 offizielle Fälle von Salmonellose gemeldet, somit ist die Salmonellose nur noch die zweithäufigste Lebensmittelinfektion in Deutschland. Auf Platz 1 steht die Infektion mit Campylobacter-Keimen.


05/2006 - Schweinepest in NRW
Rund 52.000 Schweine auf 96 Höfen müssen im Sperrgebiet der 3-Kilometer-Zone um den betroffenen Hof getötet werden und "unschädlich beseitigt" werden. Das war die erste große Meldung. Die Schweinepest weitete sich aus.

Nun traf es weitere: Alleine im Kreis Borken mussten 92.000 Schweine in 185 Beständen im Rahmen der Bekämpfung der Schweinepest vorsorglich getötet werden, so die Meldung vom 23. Mai 2006, eine Bilanz nach den Seuchenausbrüchen im Raum Haltern (Kreis Recklinghausen) Anfang März.


02/2006 - Gefährliche Parasiten in Wildschweinen auf Usedom
Bei einem in Deutschland erlegten Wildschwein wurde der für Menschen gefährliche Parasite Trichinella pseudospiralis nachgewiesen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) teilte mit, im Muskelfleisch eines auf Usedom geschossenen Tieres sei eine "sehr hohe Konzentration Parasiten" gefunden worden. Die Infektion verläuft bei Tieren meist ohne Symptome, für Menschen hingegen, die sich durch Verzehr von Wildschweinefleisch anstecken, kann sie tödlich sein.
Nun muss man bei der Fleischbeschau umdenken, denn der Erreger kann mit der klassischen Methode des Trichinoskops kaum erkannt werden. Lediglich bei künstlich vorverdauten Proben sei der Schweineparasit nachzuweisen, so das BfR.


die skandale vor 2/2006:

www.vitavegetare.com