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Helmut

Profi

Beiträge: 574

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Rentier

1

Sonntag, 26. Juli 2015, 16:39

Betäubungslose Ferkelkastration muss aufhören

Das Tierschutzgesetzt soll Tiere schützen. Leider gilt das
bisher nicht für mehr als 20 Millionen männliche Ferkel, die in Deutschland
jährlich betäubungslos kastriert werden.

Der Grund, warum männliche Ferkel überhaupt kastriert werden, ist der für
manche Menschen unangenehme Geruch und Geschmack ("Ebergeruch"), den
das Fleisch von Ebern bzw. unkastrierten männlichen Mastschweinen haben kann.
Die ersten Praxisversuche haben gezeigt, dass der Anteil der betroffenen Tiere
bei ungefähr fünf Prozent der Jungeber liegt.



Das deutsche Tierschutzgesetzt schreibt in Paragraph 5 vor, dass ein
schmerzhafter Eingriff bei einem Wirbeltier nicht ohne Betäubung durchgeführt
werden darf. Es lässt allerdings die Ausnahme zu, dass Ferkel bis zu ihrem
siebten Lebenstag ohne Betäubung kastriert werden dürfen. Nach der
Gesetzesänderung aus dem Jahre 2013 gilt dieses allerdings (nur...) nur bis zum
31.12.2018 als Übergang. Der Tierschutzverein Bielefeld, wie sein Dachverband -
der Deutsche Tierschutzbund - fordern einen sofortigen Ausstieg, da alternative
Methoden auch jetzt schon zur Verfügung stehen.

Für die Tiere wäre es das Beste, vollständig auf die Kastration zu verzichten.
Eine Möglichkeit ist die Ebermast, also die Haltung unkastrierter Eber. Gäbe es
zuverlässige "Spürnasen" (Detektoren), die geruchsbelastetes Fleisch
eindeutig erkennen, stünde der Ebermast auch nichts mehr im Wege. Eber haben
zwar etwas höhere Ansprüche an Haltung und Management, doch stellt die Ebermast
auch die kostengünstigste und arbeitswirschaftlichste Variante dar. Deshalb
wird sich auch kein Landwirt gegen diese Methode sperren, wenn sie einsatzfähig
ist.


Eine weitere Alternative, um auf die Kastration zu
verzichten, stellt die Impfung gegen Ebergeruch dar. Hierbei wird die
Hormonproduktion der Eber nach dem Wirkprinzip einer Impfung unterdrückt. Die
Methode wurde bereits in vielen Ländern erfolgreich durchgeführt und ist mit
einer zweimaligen Injektion im Vergleich zur Kastration eine deutlich
tierschonendere Variante.


Neuland macht es vor

Seit Mai 2008 werden alle männlichen Ferkel auf Neuland-Zuchtbetrieben unter
Isofluran-Vollnarkose kastriert. Die Narkosewirkung ist sehr gut, die
Kastration wird schmerzfrei durchgeführt.


Zur Abdeckung des Wundschmerzes nach der Narkose
(postoperativer Schmerz) erhalten die Ferkel zusätzlich ein Schmerzmittel.
Diese Methode wird auch in der Schweiz seit 2010 flächendeckend erfolgreich
eingesetzt.
Quelle: tierschutzbund.de/Information/hiuntergrund/landwirtschaft
Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit. Albert Schweitzer

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