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Samstag, 12. Mai 2012, 20:08

Tierrecht: Fundkatze per Gerichtsbescheid anerkannt

Mit herzlichen Grüßen
Hannelore Barke
www.hundesenioren.de


----- Original Message -----
From: sg-dortmund@t-online.de
Sent: Wednesday, May 02, 2012 6:59 PM
Subject: Tierrecht: Fundkatze per Gerichtsbescheid anerkannt !!! (fwd)

---Ursprüngliche Nachricht---

Bitte auch weiterleiten, das sollte jeder wissen !

GÖTTINGEN/BAD SACHSA. Kommunen sind dazu verpflichtet, für die Versorgung von Fundtieren aufzukommen. Diese

Verpflichtung gilt auch dann, wenn sie diese Aufgabe einem Tierschutzverein übertragen haben. Das hat jetzt das

Verwaltungsgericht Göttingen entschieden. Es gab damit der Klage eines Tierarztes aus dem Südharz statt.


Verstoß gegen das Tierschutzgesetz: Die Stadt Bad Sachsa wollte eine Katze aus Kostengründen einschläfern lassen.

Unser Foto zeigt ein anderes Tier. Archivfoto: Schrader

Dieser
hatte die Stadt Bad Sachsa (Kreis Osterode) verklagt, weil diese sich
weigerte, für die Behandlungs- und Unterbringungskosten

einer
verletzten Katze aufzukommen. Nach Auffassung des Gerichts war die Stadt
jedoch für die Versorgung des Tieres zuständig. Sie

muss dem Tierarzt daher rund 2000 Euro zahlen.

Die Katze war am späten Abend des zweiten Weihnachtstages in einer Straße in Bad Sachsa aufgefunden worden. Sie war offenbar bei

einem
Unfall verletzt worden. Die Suche nach dem Besitzer der Katze blieb
erfolglos. Da auch beim Tierschutzverein niemand erreichbar

und die örtliche Polizei zu einem anderen Einsatz unterwegs war, brachten die Finder das Tier zum tierärztlichen Notdienst.

Der
diensthabende Tierarzt nahm eine Notoperation vor und behielt die Katze
zunächst in seiner Praxis. In den folgenden Tagen versuchte

der Veterinär vergeblich, einen Besitzer ausfindig zu machen und Verantwortliche des Tierschutzvereins zu erreichen.

Als
der Verein sich nicht rührte, forderte der Tierarzt die Stadt auf, die
Abholung der Katze zu veranlassen. Außerdem stellte er der

Kommune die bis dahin angefallenen Behandlungs- und Versorgungskosten in Rechnung. Auch darauf folgte keine Reaktion, ebenso

wenig auf ein späteres Schreiben, in dem er die Abholung der Katze und Bezahlung der Rechnung anmahnte. Ende März erhielt der

Tierarzt schließlich die Mitteilung, dass die Stadt eine Übernahme der Kosten ablehne. Daraufhin zog er vor Gericht.

Die
Richter sahen dies komplett anders. Die Katze sei sehr wohl ein
Fundtier. Dafür spreche, dass sie eine Tätowierung hatte und zahm

war.
Damit sei die Gemeinde für die Unterbringung und Versorgung des Tieres
zuständig. Diese öffentlich-rechtliche Pflicht gelte auch

dann,
wenn sie diese Aufgabe an einen Tierschutzverein delegiert habe. Die
Katze hätte in jedem Fall ärztlich behandelt werden müssen.

Eine Tötung aus Kostengründen, wie sie die Gemeinde gefordert hatte, sei ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

† Aktenzeichen 1 A 288/08.

Beiträge: 574

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Rentier

2

Freitag, 18. Mai 2012, 12:34

Was ist eine Fundkatze

"Fundkatze per Gerichtsbescheid anerkannt"

Aus meiner Sicht ist die Bestimmung einer "Fundkatze" und die Verantwortung der zuständigen Behörde dafür nicht ganz neu. Gut allerdings, dass hier ein übergeordnetes Gericht dies nochmals bestätigt hat.

In den Vertragsverhandlungen mit der Stadt Bielefeld - und da vornehmlich mit den Verantwortlichen des Ordnungsamtes - wurde zwar immer wieder gerne die "Meinung" vertreten, dass im üblichen Falle die Katze kein Fundtier wäre. Im Unterschied zu Hunden (erfahrungsgemäß gibt es in unseren Breiten keine frei lebenden Hunde)gibt es natürlich verwilderte Hauskatzen, die frei geboren wurden und frei leben. Allerdings sind auch diese vom Menschen abhängig. Aus der gern benutzten Sichtweise der Behörden sind Katzen nach deren Wunschdenken alle herrenlos. Die Ordnungsbehörde ist aber nach BGB und Fundtrecht nur für Eigentümertiere zuständig.

Meine Argumentation zu dem Thema: Wir fragen jede Katze, wenn Sie zu uns gebracht wird: "Bist du herrenlos, oder gehörst du Jemandem, der dich vermissen wird." Bis jetzt hat keine Katze darauf eine klare Antwort gegeben.

Anders herum: Wenn ich meine Katze, meinen Hund vermissen würde, dann erwarte ich von der zuständigen Verwaltung, dass Sie meine Eigentumsrechte wahrt. Allerdings merkt natürlich jeder, der sich mit Katzen auskennt, ob diese "wild" oder menschenbezogen sind. Bei letzteren mag es leider Tiere geben, deren Eigentümer das Recht am Tier aufgegeben haben. Will sagen: Ausgesetzt oder "entlaufen lassen".

Deshalb aber grundsätzlich zu unterstellen, dass Fundkatzen herrenlos seien, widerspricht jedem klaren Menschenverstand, jeder Vernunft.

Herzlichst
Helmut Albert
Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit. Albert Schweitzer

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