Samstag, 1. November 2014, 03:41 UTC

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Forum des Bielefelder Tierheims. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Mittwoch, 11. Januar 2012, 15:48

Auswärts essen mit gutem Gewissen

Wollen wir mal Adressen sammeln von Gaststätten, Restaurants usw. hier in der Region, in denen man als Carnivorer guten Gewissens essen kann, weil das Fleisch aus artgerechter Haltung stammt? Wäre das erwünscht?



fragt

H.

iris_k

Anfänger

Beiträge: 11

Wohnort: Bielefeld

2

Sonntag, 15. Januar 2012, 20:05

Super Idee, leider kann ich gar nichts dazu beisteuern, weil ich bei diesem Thema (noch) völlig unwissend bin. :(

3

Dienstag, 17. Januar 2012, 09:11

Dann fang ich mal an? Vielleicht haben ja noch andere Tipps?

Empfehlen kann ich persönlich für Fleischgenuss mit gutem Gewissen den "Alten Krug" in Helpup. Habe mit Herrn Rettig lange gesprochen. Im Alten Krug wird großer Wert auf regionale Bezugsquellen gelegt, bei denen die Tierhaltung überprüft wird. Wie's halt früher auf dem Land manchmal war: Man macht nur Geschäfte mit dem, den man persönlich kennt...nur dass gute Tierhaltung und möglichst "humane" Tötung jetzt hie & da zum Glück eine Rolle spielen. Wie Rettig zum Thema steht, ist hier beschrieben.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Hraban« (17. Januar 2012, 09:17)


Beiträge: 518

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Fast-Rentner"

4

Mittwoch, 18. Januar 2012, 20:30

Kein Bio-Fleisch im "Alten Krug"

Hallo,

passt dann ja vielleicht doch nicht ganz so wirklich. Wenn Herr Rettig von dem Bio-Fleisch abgewichen ist. Und so einfach ist das aus meiner Sicht mit regionalen Höfen mit artgerechter Tierhaltung auch wieder nicht. Es hakt dann ja auch mit den Schlachtbetrieben in der näheren Umgebung.
Also wenn es eine Empfehlung sein soll, wünschte ich es mir doch etwas konkreter. Woher bezieht der "Alte Krug" denn nun sein "kontrolliertes" Fleisch?

Natürlich sind mir regionale bäuerliche Erzeuger wichtig - und auf keinen Fall aus industrieller Massentierhaltung. Was ich persönlich bisher kenne, überzeugt mich nicht so richtig.

Gruß
Helmut Albert
Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit. Albert Schweitzer

5

Donnerstag, 19. Januar 2012, 08:19

RE: Kein Bio-Fleisch im "Alten Krug"

Hallo Helmut,

hatt zwar mit Rettig darüber gesprochen, aber mir die Namen der Höfe nicht gemerkt, weil sie mir nichts sagten - ich kenne mich in der Region nicht so gut aus. Er sprach sich sehr deutlich gegen Massentierhaltung, Haltung der Tier ohne Freilauf, Trennung der Jungtiere von den Muttertieren, zu schnelle Aufzucht zur Schlachtreife, weite Transporte zu Schlachthöfen usw. aus. Rettig besucht die Höfe, die ihm zuliefern, wohl auch regelmäßig. Habe ihn dabei nicht begleitet, zugegeben, aber was er sagte, schien Hand und Fuß zu haben.

Was spricht denn gegen die Betriebe, die Du bisher kennengelernt hast? Ich war eine Weile bei Slowfood aktiv, dort haben wir auch regionale Höfe besichtigt und einige davon wirkten bzgl. o.g. Punkte durchaus überzeugend.

Viele Grüße

H.

Jutta Knip

Anfänger

Beiträge: 44

Wohnort: Hesselteich

Beruf: Personalfachwirt

6

Freitag, 20. Januar 2012, 15:08

ist alles mit Vorsicht zu geniessen....

Hallo,

"Nah vor Ort", "Höfe aus der Region" und dieses bla, bla, bla ist in einigen Fällen keinen Pfifferling wert!

ich wohne im ländlichen Bereich. Ich habe in der Nachbarschaft reichlich Höfe mit sogenannter konventionellen Rinderhaltung.
Bei den meisten Höfen werden die Kühe angebunden im Stall gehalten und schnell hochgemästet. Die Kälber werden kurz nach der
Geburt von der Mutter getrennt und in sogenannten Kälberboxen hochgezogen. Die weilblichen Kälber werden meist
zur Milchproduktion behalten, die männlichen landen nach 6-8 Monaten auf dem Schlachthof. Viele sehen bei der
Fahrt zum Schlachthof erstmalig wie die Welt da draußen aussieht.... X(
Da ich beruflich viel rum komme, habe ich schon mehrmals im gesamten Kreis Gütersloh, gerade im Sommer bei hohen Temperaturen,
die "heimattreuen Bauern aus der Region" darauf angesprochen, warum die Kühe nicht auf der Weide stehen???
Immer die gleiche Antwort: "wenn sie sich bewegen, verlieren sie an Gewicht und sind später schlachtreif...."
Und beim Schlachten wird in vielen Fällen nicht darauf geachtet, ob das Vieh zum nächsten Schlachthof geht, sondern es geht dort hin,
wo der beste Preis erzielt wird. Die großen Schlachthöfe beherrschen den Markt!

Dann habe ich schon einige Hofläden gesehen, die hinterm Laden auf der Wiese ein paar Schweine und Kühe stehen haben und
damit werben, das sie Fleisch aus eigener Landwirtschaft verkaufen....
Nur das Verkaufsvolumen liegt weit höher, als die gehaltenen Tiere... - ja wo kommen sie denn her????????

Bei einigen Landfleischern habe ich auch schon Lieferfahrzeuge von Fleischgroßhändlern gesehen... Augen auf!

Ich bin fest davon überzeugt, daß es immer besser ist: Fleisch von glaubwürdigen, etablierten Bio-Siegeln zu kaufen, als vor
Ort! Selbst dann, wenn der nächste Bio-Fleischer 50 km weg ist und der konventionelle Betrieb Luftlinie 100 m....

Herr Rettig wird wohl genau wissen wo er einkauft und seinen Ansprüchen genüge getan wird. Solange er Transparenz gewährleistet
ist dem nichts entgegen zu setzen! Auch Anbetracht der Tatsache, daß es nur wenige seiner Zunft in der Gastronomie gibt!
Infos über www.biolokal.de - da sind einige Höfe aufgeführt, teils Bio, teils andere..

Die Gastronomie befindet sich in einem knallharten Verdrängungswettbewerb und muss ihre Preise sauber auskalkulieren, wenn
sie langfristig überleben will. Deshalb ist für viele schon "Eichenhof" ein Werbegrund, obwohl das im Verhältnis zu Bio-Bauern
kaum Standard mit artgerechter Tierhaltung verspricht.

Wie äußerte sich Wiesenhof bei dem Skandal so treffend: "Bei der Massentierhaltung gibt es keine artgerechte Haltung!"
"Die Dinge sind, was sie sind, durch die NATUR, nicht durch den Willen. "
Ralph Cudworth

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jutta Knip« (20. Januar 2012, 15:27)


Jutta Knip

Anfänger

Beiträge: 44

Wohnort: Hesselteich

Beruf: Personalfachwirt

7

Freitag, 20. Januar 2012, 15:19

Ergänzung: mit gutem Gewissen auswärts essen..

Es wäre noch viel schöner, wenn jeder bei seiner eigenen Tür anfängt und hinterfragt: "Woher kommt mein Fleisch?"

Hätten die Discounter nicht vor einigen Jahren angefangen Frischfleisch zu führen und zu Dumping-Preisen zu verkaufen und
das ganze leider noch mit Riesenerfolg, hätten wir nicht den rasanten Anstieg der Massentierhaltung und damit verbunden
das große Tierleid. In der Branche redet fast keiner von Tieren, sondern nur von Fleischproduktion...... :aerger:
"Die Dinge sind, was sie sind, durch die NATUR, nicht durch den Willen. "
Ralph Cudworth

iris_k

Anfänger

Beiträge: 11

Wohnort: Bielefeld

8

Samstag, 21. Januar 2012, 20:10

Ich denke auch, dass es einfach nur enorm wichtig ist, seinen eigenen Fleischkonsum kritisch zu hinterfragen. Das fängt bei der Frage an, ob man überhaupt wirklich so häufig Fleisch essen muss, ob auf dem Brot nicht öfters mal Marmelade statt Wurst sein sollte, und ob ich wirklich zu McDonalds gehe, um mir dort Chicken Nuggets reinzuziehen von Hühnern, die mit 20 anderen auf einen Quadratmeter (!) gemästet wurden, nie das Tageslicht gesehen haben und absolut unwürdig behandelt wurden (man erinnere sich an den kürzlichen Wiesenhof-Skandal...).

Würde es in oder um Bielefeld ein Restaurant geben, von dem ich die 100%ige Sicherheit hätte, dass das Fleisch aus wirklich artgerechter Haltung kommt, würde ich sicherlich auch überlegen, es zu konsumieren. So allerdings kommt für mich nur Fleischloses auf den Teller.

Der gnadenlose Konkurrenzkampf in dieser Branche und die Einstellung der Konsumenten, dass ein Schnitzel mit Pommes maximal 6 Euro kosten darf, führt einfach dazu, dass nicht danach gefragt wird, woher das Fleisch kommt und unter welchen Bedingungen es fabriziert wurde. Money makes the world go round. Leider.

Beiträge: 518

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Fast-Rentner"

9

Montag, 23. Januar 2012, 21:43

Was spricht denn gegen die Betriebe, die Du bisher kennengelernt hast?
Leider hat man ja immer nur bekannte Einzelfälle vor Augen. Und ich habe sicher auch noch zu wenig Betriebe kennen gelernt, um mir ein abschließendes Urteil zu bilden. Bei der Schweinemast z.B. spricht auf jeden Fall dagegen, dass die Tiere in langweiligen Boxen ein viel zu kurzes Leben leben. Die Schlachtreife wird doch auf wundersame Weise in wenigen Monaten erreicht. Rauhfutter usw. sind doch verpönt. Es wird eine Mais.....-Pampe per Computer in die Tröge gespült. Und Rinder - wo sieht man denn noch Rinder auf der Weide - oder sieht man überhaupt noch Weiden? Das wird doch alles mit Mais für Biogas überpflanzt.
Auch Hähnchen ....... in 37 Tagen schlachtreif, dank gepuschtem Tiermehl und Antibiotika - die Tiere sind gedopt - und wir dann auch.
Für den Gastwirt rettig spricht, dass er sich zumindest Gedanken macht und bemüht.
Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit. Albert Schweitzer

Benny

Schüler

Beiträge: 147

Wohnort: Bielefeld

10

Mittwoch, 25. Januar 2012, 11:07

Jetzt mal ne vielleicht dumme Frage; was ist mit dem argentinischen Steakhouse? Werden da nicht ausschließlich argentinische Rinder verarbeitet? Und leben in Argentinien die Rinder nicht frei in großen Herden (ähnlich wie die Kampfstiere in Spanien)???? Nicht, dass mich hier jetzt einer falsch versteht, ich finde es blöd, Fleisch tausende Kilometer zu transportieren (Umwelt), aber da es sich um Fleisch (tiefgefroren) und nicht um lebende Tiere handelt, ist es zumindest tierschutzseitig egal. Auch verurteile ich natürlich den Stierkampf, bedenken sollte man jedoch trotzdem, dass die Kampfstiere (und es kommt ja nur ein Bruchteil davon in die Arena, der Rest wird, mangels Aggressivität, einfach so geschlachtet) ein sehr schönes, freies Leben haben, ohne Boxen, Angebunden sein, chemisches Futter und fast ohne Zäune... Ich habe die Kampfstierherden in Andalusien selbst gesehen, genauso wie auch unsere deutschen, im dunklen Stall angebundenen Mastbullen. Ich muss sagen, unsere deutschen Bullen tun mir mehr leid. Das Leid des Kampfstieres dauert 15 Minuten, das Leid unserer deutschen Bullen dauert deren gesamtes Leben....

Beiträge: 518

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Fast-Rentner"

11

Samstag, 4. Februar 2012, 22:17

Hallo,

ich denke es ist ein Aberglaube, dass in Südamerika die Rinder noch in großen Herden frei rumlaufen. Die dortigen "Rinderfarmen" sind auch inzwischen eine Form von industrieller Massentierhaltung nach amerikanischem Muster. "Große Herde" ist dann eher so zu verstehen: Einige Hundert Tiere in einem entsprechenden Ferch. Ferch an Ferch bis zum Horizont. Konnte man vor kurzem mal kurz in einer Fernsehsendung sehen. Weiß allerdings nicht mehr in welcher. In Argentinien soll es 13.000.000 Rinder geben, an anderer Stelle liest man von 52.000.000 Tieren. Das die alle friedlich in der Pampas rumlaufen ..... kann ich nicht glauben. Zumindest kommen wohl 40 % der Schlachttiere von "Futterplätzen".
Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit. Albert Schweitzer

Ähnliche Themen