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Cecile

Fortgeschrittener

Beiträge: 185

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Hundesitterin

1

Dienstag, 27. September 2011, 14:01

Einschläfern, wenn der Hund nicht mehr berechenbar ist?

Hallo zusammen!

Die fast 4 jährige Hündin von einer Bekannten musste gestern für immer einschlafen, weil sie "nicht mehr berechenbar" war.
Diese Hündin hat auch meine Hündin schon einmal angegriffen (daher kenne ich sie).
Soweit ich weiß litt sie auch unter heftigen Beschwerden im Rücken (die Wirbel sind verknöchert und wuchsen zusammen).

Ich frage mich gerade ob, es sein kann, dass die Hündin immer wieder andere Hunde angriff, weil sie Rückenschmerzen hatte.
Und ob es "legal" ist einen Hund aus Verhaltensgründen einzuschläfern.
Die Besitzerin hat vor Jaaaaahren mal in einer HuSchu gearbeitet und meinte, der Hund hätte mit seinen 4 Jahren nicht mehr von einer Therapie profitiert...

Also- mir kommt das alles schräg vor.
Was meint ihr?
Das Leben sollte NICHT eine Reise ins Grab sein mit dem Ziel möglichst wohlbehalten und mit einem attraktiven Körper anzukommen, sondern eher seitwärts hineinzuschlittern, Chardonnay in einer Hand, Barbiepuppen und Erdbeeren in der anderen. Den Körper total verbraucht und abgenutzt und dabei jubelnd: "WOH WOH!!! Was für ein Ritt!!!

Crinaeae

unregistriert

2

Dienstag, 27. September 2011, 18:13

ich selber hab eh so meine meinung zum einschläfern u. das man einem tier mit 4 jahren nich mehr helfen kann u. das die einzige lösung sein soll find ich echt heftig
klar können schmerzen einen unberechenbar machen. habe selber nahezu chronische schmerzen u. bin dann manchmal arg gereizt, nur kann ich es anders ausdrücken als ein hund
aber das es da keinerlei behandlungs-therapiemöglichkeit geben soll ...
aber kenne auch den fall so selber nicht u. kann daher nur sagen, dass ich es traurig/schockierend finde

Cecile

Fortgeschrittener

Beiträge: 185

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Hundesitterin

3

Dienstag, 27. September 2011, 18:56

Ist ja schonmal beruhigend für mich, wenn es nur mir nicht schräg vorkommt :S
Das Leben sollte NICHT eine Reise ins Grab sein mit dem Ziel möglichst wohlbehalten und mit einem attraktiven Körper anzukommen, sondern eher seitwärts hineinzuschlittern, Chardonnay in einer Hand, Barbiepuppen und Erdbeeren in der anderen. Den Körper total verbraucht und abgenutzt und dabei jubelnd: "WOH WOH!!! Was für ein Ritt!!!

Celina-angel

Fortgeschrittener

Beiträge: 231

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Tierpflegerin in Ausbildung

4

Mittwoch, 28. September 2011, 17:01

ich denke auch, das ich diesen Hund aufjedenfall noch NICHT eingeschläfert hätte, das Beißen, kam mit Sicherheit von den schmerzen, evtl auch einfach aus angst, dass ein Hund spielen will und an ihren rücken kommt.. Hat man denn nichts gegen die schmerzen gemacht..? Armer Hund..:( so jung und schon musste sie gehen..:(
[u][/u]

5

Freitag, 30. September 2011, 11:42

Aggressionen können durchaus wegen Schmerzen entstehen. Eine Schmerztherapie wäre sicherlich eine bessere Alternative gewesen als das Einschläfern. Vielleicht hätte der Hund dann noch ein schönes Leben verbringen können.

Wenn ein Hund unberechenbar aggressiv ist, mehrmals Menschen und Tiere angegriffen hat, diese schwer verletzt hat, keine organische Ursache vorliegt und seriöse, kompetente Trainer mit Verhaltenstherapie und Training keinen Erfolg hatten, ist ein schmerzfreier Tod sicherlich besser, als lebenslanger Knast im Zwinger mit Maulkorb ohne soziale Kontakte.
Wenn jegliche Alternativen durchleuchtet sind, wird manchmal nur dieser Weg offen bleiben. So schrecklich ich das auch finde...
Man muss sich jedoch immer bewusst sein, dass soetwas menschengemacht ist. Wir Menschen sind schuld daran, dass ein Tier sich in diese Richtung entwickelt!

Benny

Schüler

Beiträge: 147

Wohnort: Bielefeld

6

Samstag, 1. Oktober 2011, 14:40

Hallo, ich finde nicht, dass man so einfach beurteilen kann, ob eine Schmerztherapie besser wäre als das Einschläfern, schon gar nicht aus der Ferne und ohne das Tier gesehen zu haben. Man darf auch nicht vergessen, dass Schmerzmittel Nebenwirkungen haben, sie machen müde und schlapp (ich weiß das von meinem eigenen Hund, der Metacam schlucken musste), viele verursachen dem Tier Übelkeit und Durchfall. Ich finde, ein Tier, das austherapiert ist und sich dann wahlweise mit Schmerzen oder mit ständiger Müdigkeit/ Schlappheit herumplagen muss, sollte eingeschläfert werden. Im übrigen kann ein Tier nicht sagen "es tut immer noch weh, ich brauche mehr Schmerzmittel". Woher will man bitte wissen, ab wann die Schmerzen weg sind? Zumal Tiere in der Regel ohnehin still leiden. Ich finde es anmaßend, wenn man als Mensch beurteilt, ob ein Tier Schmerzen hat oder nicht. Es so weit kommen zu lassen, dass das Tier vor Schmerzen schreit oder auch um sich beißt, halte ich für verantwortungslos. Einem Tier ist so eine miserable Lebensqualität nicht zuzumuten (uns Menschen schon... ob wir das wollen oder nicht..) Ein Tier um jeden Preis am Leben zu erhalten ist meiner Meinung nach keine Tierliebe, sondern tierquälerische Vermenschlichung.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Benny« (1. Oktober 2011, 14:45)


reina

Anfänger

Beiträge: 18

Wohnort: Bielefeld

7

Freitag, 14. Oktober 2011, 19:01

Ja, Benny, ich kann Dir in allem nur zustimmen!!!
Ich glaube nicht, dass die Hundebesitzerin ohne Not den Hund eingeschläfert hat.

Viele Grüße


reina

8

Dienstag, 8. Mai 2012, 14:16

verhältnissmässigkeiten ..

guten tag

ds thema ist mir noch ganz nahe weil auch mein hund ein fehlverhalten angezeigt hatte und ich mich gefragt hab wars das jetzt . ich will es erklären was ich nicht erklären kann

auf unsrer morgendlichen runde merkte ich das es meinem hund nicht besonders gut ging , nun das kann schon mal vorkommen dachte ich und bemühte mich schnell nach hause zukommen .
leider stellte ich fest das die schmerzlindernden medikamente ( vom tierarzt ) schon verbraucht waren , aber ich hatte ein info das ich ein ähnliches präparat in der apotheke holen könne ...
also schnapp ich meinen hund und gehe so schnell es ihm möglich ist die strasse hoch zur dort befindlichen apotheke ... so und nun werde ich zeuge von etwas was ich mit meinem hund
überhaupt nicht in verbindung bringrn konnte :
uns kommt ein fussgänger entgegen und mein hund greift ihn an ,,, kein grund ersichtlich , aber ich noch etwas gelassen denk nagut dem gehts wirklich nicht gut . entschuldigung und ab zur
apotheke -dort die medikamente gekauft und gleich dem hund davon etwas verabreicht .
nun zurück , der hund will durch den nordpark und ich - okey hat noch nich gekackt - auf halben weg schon fast zuhause eine weitere agression gegen einen fussgänger !
anschreien drohen von polizei und maulkorbtragen müssen und eben das ganze böse hin und her was mensch in solchen fällen austauscht.

beide angriffe sind ohne schädigung der personen verlaufen aber ich war fix und fertig als wir wieder zuhaus waren .
der hund hat dann fast vier stunden geschlafen , was für mich unfassbar war da er ein ausgesprochener tagäger ist und sonst beim leisesten rascheln in richtung gardrobe sofort beistert
spaziergänge tätigen will - diesmal jedoch wie k.o. ohne reaktionen

dann nachdem aufwachen will er raus und ich gehe los
einige bekannte auf fahrradtour rufen hintermir und ich bleib sthen erfreut sie zusehen , noch während wir uns unterhalten über diesem merkwüdigen tag höre ich wie eine frau mit kinderwagen von hinten heranschiebt ... und nun in höhe von uns vieren spüre ich wie mein hund springt

ich kann nicht sagen was mich im diesem augenblick mehr erschreckt hat der anblick des kindes im sportwagen oder das gesicht meines hundes - beides brannte sich sofort und unauslöschlich in mein gedächnis

diesen hund kannte ich nicht , er schient so glücklich in seiner wut .... so ein im wagen hilflos erschrckt verzogenes gesicht das seine klapperrassel wie eingefroren in die luft hielt werd ich ebenfalls kaum vergessen...

ich hatte in einer reflexartigen reaktion die leine gezogen der hund flog durch die luft knallte auf den bürgersteig und beinahe hätte ich noch zugetreten , aber es war nichts körperverletzliches geschehen
er hatte die rassel angegriffen und trotzdem , es ist unmöglich für mich das ein hund mein hund überhaupt die möglichkeit in erwägung zieht ein kind anzugreifen .

ich bin umgedreht bin nach haus gegangen hab den maulkorb - denn ich vor jahren mal angeschafft hatte weil es auch sein könnte das ein erblindender hund ein angstbeisser wird - nie gebraucht und nun dem hund umgebunden und aller gegenwehr zum trotz hab ich ihn gezungen durch den vollbestzten nordpark zugehen ... während ich mich fragte ist es das was ich will
will ich diesen hund so im den nächsten jahren noch mitmir führen ... ist es das oder ist das der anfang von etwas was diesen schluffigen mäusebär in einen bösartigen charakter umwandelt ?

ja das mit den maulkorb hat ihn mehr erschüttert als alles was ich sonst noch getan hätte .

etliche tierarztbesuch ,viele tränen später hab ich gesagt er war ein guter hund und ich hab zwar im augenblick kein vertrauen zu ihm aber ich geb nich einfach auf .
ich kann sagen es wars wertihm diese chance zugeben , es ist defenitiv seine letzte von mir aus , denn sollte er nochmal etwas derartiges tun werde ich wahrscheinlich
wirklich nichtnocheinmal fähig sein die kraft aufzubringen ihn weiterzutragen neben mir, aber ich bin ganz optimistisch das wir es schaffen

manchmal lächle ich auch schon wieder über ihn
wenn wir durch die strassen gehen und er etwas anwisiert sich dann aber umsieht zu mir als wolle er sagen na , haste s gesehn ich hab garnix gemacht , mmmh mmmh mmmh , ich könnte
aber ich habs ja nich
wenn ich dann reagiere wedelt er als wolle sagen jaja ich weiss ich kann das auch wieder gutmachen
und dann in diesen moment ist er wieder der fiffige mäusebär den ich mal vor ein paar jahren schätzen gelernt hab weil ich wüsste er ist mächtig fleissig wenns ums lernen geht

so und nun sollte ich doch in die situation geraten diesen hund einschläfern zumüssen finde sollte niemand fragen ob das gerechtfertigt war
mensch sollte die verhältnissmassigkeit nicht aus den augen verlieren
wir alle haben uns erlaub tiere bei uns leben zulassen und ihnen den tod zugeben wenn es erforderlich ist
wir sind keine konsumenten wenn es um maushundkatz geht aber täglich schreit das kotlett vom teller
wer bin icheigentlich ?

Beiträge: 523

Wohnort: na, hier!

Beruf: Altenpflegerin

9

Montag, 22. Oktober 2012, 13:30

Auch ich kann Benny nur zstimmen.
Ohne nähere Informationen sollte man nicht leichtfertig ein Urteil abgeben. Man kennt die Umstände nicht, weiß nichts von den Dingen die vielleicht vorher schon passiert sind. Eine Diagnose von der Tastatur des PCs aus zu stellen ist doch einfach unmöglich.


"Das einmal das Wort Tierschutz erfunden werden musste, ist eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung"
- Theodor Heuss -

10

Donnerstag, 25. Oktober 2012, 20:52

Ich finde da hat es sich jemand recht leicht gemacht, aus Erfahrung weis ich " aus Schmerzen alleine beißt KEIN Hund "



Unser Rottweilerrüde den wir vor ca. 4 J. habe einschläfern lassen ( mit 14 J. schwer zuckerkrank und das Insulin schlug nicht mehr an, sodass er auf 28 kg abgenommen hatte ) ist ohne das wir es wussten, was sich nach dem Einschläfern rausstellte mindestens 4 J. mit einem faustgroßen Tumor im Kopf rumgelaufen, und der Tierarzt meine ins nachhinein das er extremste Schmerzen hatte.



Dieser Hund war eine Seele von Hund und hat nieeeeeeeeeeee die Anstalten gemacht einen zu beißen.



Wenn ich natürlich meinen Hund nicht mehr im Griff habe ( warum auch immer ) ist es immer einfach zu sagen es ging nicht mehr, wir befassen uns schon lange Zeit mit der Resozialisierung von Problemhunden ( Listenhunden ) die aus irgendwelchen Gründen ausklinken, und alle haben den Weg in die Normalität gefunden und sind heute auch wieder Schmuser ;)



Ich finde man sollte sein Tier kennen, dann weis man auch, woran es liegt, wenn es am Rad dreht ;)



Mfg.