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Momo&Sarah

Anfänger

Beiträge: 1

Wohnort: Bielefeld

1

Donnerstag, 17. Februar 2011, 12:38

Frauchen, die Katzen und ich (Eine kleine Geschichte fürs Tierheim)

Sarah hatte Charakter, mindestens.
Sie war eigenwillig und auf ihren Platz bedacht
und sie fauchte gerne mal vorab, wenn sie ihr Territorium bedrängt sah.
Sie fauchte kein zweites Mal und konnte auch schmerzhaft zuschlagen,
sobald sie etwas als Grenzüberschreitung empfand.

Wir hatten uns eingerichtet, meine Katze und ich.
Über die Jahre hatten wir gelernt einander einzuschätzen
und lebten zusammen in größtmöglichem gegenseitigen Respekt.
Natürlich schliefen wir auch zusammen in einem Bett.
Für ihr Nachtlager neben mir erwartete sie
eine handgeklopfte Kuhle in meiner Bettdecke.
Und immer wenn ich vor dem Einschlafen ein Buch las,
rieb sie sich an den spitzen Ecken des Umschlags.
Dann las ich ihr laut vor.

Das Meiste lernte sie aber ohne meine Unterstützung,
einfach weil sie trotz ihres bestimmenden Wesens so lernfähig war,
wie Katzen für ihr Überleben in der Menschenwelt sein müssen.

Wenn z.B. Momos Frauchen zu Besuch kam und über Nacht blieb,
richtete Sarah ihr Nachtlager auf meinem Sessel ein,
ganz selbstverständlich und ohne zu Murren,
vielleicht sogar ganz froh über einen Singleabend...

Wenn Momos Frauchen dann noch Momo selbst,
den Siamkater mit der großen Liebe für Sarah, mitbrachte,
dann war erstmal Schluss mit Selbstverständnis.
Dann murrte und knurrte sie beim Essen,
sodass der Gast ihr ganz galant den Vortritt ließ,
bis sie mit ihrem Anteil fertig war.
Danach konnte sie darüber hinwegsehen,
dass Momo sich über den großzügigen Rest hermachte.
Das anschließende Verdauungsnickerchen mit Sarah
war für Momo jeden Versuch wert,
obwohl die Angebetete sich erstmal gar nichts daraus machte
und ihm wiederholt die kalte Schulter zeigte.
Momo blieb zurückhaltend aber zielstrebig,
bei aller Dominanz war Sarah ja auch nur eine Katze
und so zumindest sozial veranlagt,
wenn auch nicht so verliebt wie der Kater.
Der hat sich dann erstmal den besten Tagesplatz im Bett gesichert
und dort in Ruhe verdaut, wie Sarah auf ihrer Fensterbank.
Bei der nächsten Mahlzeit wurde dann schon weniger geknurrt
und am nächsten Tag hatte sich das auch erledigt.
Wenn Momo länger blieb, weil Frauchen ans Meer jettete,
hatte er Zeit und Geduld genug,
sich auf seine ganz spezielle Weise einen Platz an Sarahs Seite zu erobern.

Und das ist wie bei allen Katzen ganz menschlich:
Sie wollen geduldig und mit Respekt erobert werden,
dann klappt das auch.

Natürlich kommt es auch auf den Menschen an,
den sich die Katze ausgesucht hat.
Der sollte auch ein wenig sozial und respektvoll und lernfähig sein.
Wie Katzen eben so sind.

Und weil ich das schreibe, halte ich mich auch gleich für ein gutes
Beispiel.
Und so bin ich, nachdem Sarah vor 2 Monaten gestorben ist,
immer wieder Gast im Tierheim.
Mal allein und oft mit Momos Frauchen,
weil Momo die Sarah vermisst und ich auch.
Das ist Gefühlssache, das ist nicht so einfach, weil Sarah nicht zu
ersetzen ist.
Trotzdem haben sich uns einige Heimbewohner auf ihre ganz spezielle
Weise vertraut gemacht
und wir stehen nur noch vor der Frage, auf welche Katze wir uns einlassen

Diese räumt das Tierheim leider mit einem kategorischen Nein aus dem Weg.
Käfighocker gehen nur als Freiläufer,
junge Katzen dürfen nur zu zweit,
Tigga darf nur mit der Schwester,
Leoni nur mit dem Bruder,
Jackson ist zu asozial
und Dröpschen geht nur als Zweitkatze aber dann doch nicht,
weil zu despotisch und unbedingt allein zu halten.
Und weil auf seiner Karte was ganz anderes steht,
muss das eben noch geändert werden...

Wie wir die Tiere beobachten und einschätzen,
scheint im Katzenhaus nicht von Interesse zu sein.

Wie sollen wir Menschen damit umgehen?

© liegt beim Verfasser

Teddy

Anfänger

Beiträge: 29

Wohnort: Bielefeld

2

Donnerstag, 17. Februar 2011, 13:57

Hallo Momo&Sarah,



kategorisch abgelehnt würde ich nicht sagen. Wir kennen unsere Bewohner und ihre Eigenarten. Selbstverständlich würden wir ein Geschwisterpaar, dass seit Jahren zusammen lebt und aneinanderhängt niemals trennen. Ich denke, dass wird jeder verstehen können. Und Katzen in den Einzelboxen sind nicht unbedingt Einzelgänger, wir haben auch Bewohner, die an einer Futtermittelallergie leiden oder bestimmte Futterarten (Trockenfutter ODER Nassfutter) nicht vertragen, oder die über einen gewissen Zeitraum beobachtet werden müssen.



Die kleinen Katzen geben wir auch zu einer anderen Katze dazu, also nicht unbedingt nur zu zweit. Die Umstände müssen eben stimmen (zu einer älteren Katze - ruhiger-, würde es keine junge - verspielt, aktiv- geben. Das alles hängt immer vom jeweiligen Fall ab. Wir gehen nach unseren Erfahrungen, Ausnahmen mag es immer mal geben, passen sollte es aber schon.

Beiträge: 574

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Rentier

3

Freitag, 18. Februar 2011, 22:37

Frauchen, die Katzen und .... das Tierheim

Der sollte auch ein wenig sozial und respektvoll und lernfähig sein.
Ersteinmal bin ich von der Geschichte natürlich sehr angetan. Das Zitat finde ich sehr gut und wichtig.

Als Außenstehender kann man sich in die Vermittlung schlecht einmischen. Wir haben im Tierheim Vermittlungsstandards, die aber einer passenden Vermittlung selten entgegen stehen. Ein paar Dinge schließen sich allerdings sicher aus.

Viele Grüße
Helmut Albert
Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit. Albert Schweitzer

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Helmut Albert« (19. Februar 2011, 10:24)


Cecile

Fortgeschrittener

Beiträge: 185

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Hundesitterin

4

Samstag, 19. Februar 2011, 11:43

(zu einer älteren Katze - ruhiger-, würde es keine junge - verspielt, aktiv- geben.


Als ich das in Bezug auf ein Flaschenkind, das zur Vermittlung zu einer alten Katze sollte, sagte, hat mir die Dame im Katzenhaus vehement widersprochen!

Irgendwie scheint mir nicht bei allen MitarbeiterInnen Einigkeit zu herrschen.

So wundert es mich nicht, dass immer wieder mal "Beschwerden" oder solche Texte aufkommen.
Das Leben sollte NICHT eine Reise ins Grab sein mit dem Ziel möglichst wohlbehalten und mit einem attraktiven Körper anzukommen, sondern eher seitwärts hineinzuschlittern, Chardonnay in einer Hand, Barbiepuppen und Erdbeeren in der anderen. Den Körper total verbraucht und abgenutzt und dabei jubelnd: "WOH WOH!!! Was für ein Ritt!!!