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Beiträge: 574

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Rentier

1

Freitag, 1. Oktober 2010, 19:39

Erneuter Katzenaufnahmestopp im Bielefelder Tierheim ab dem 02.10.2010 wurde inzwischen aufgehoben - allerdings für wie lange??

Hallo,

eventuell stößt unser Handeln im Bezug auf Aufnahmestopps auch auf Skepsis - oder Fragen? So sah ich die Veranlassung, einer Patin unser Vorgehen zu erklären:

Sehr geehrte Frau ....,

selbstverständlich ist es Ihr gutes Recht .......................................... ..............können uns nur für die langjährige finanzielle Hilfe vielmals herzlich bedanken.

Als Grund nennen Sie die "Querelen" mit der Stadt Bielefeld. Das können wir so nicht nachvollziehen. Worauf begründen sich Ihre Informationen? Zunächst unterstelle ich, dass Sie sich auf die veröffentlichen Presseartikel beziehen.

Wenn dem so ist, interpretieren Sie die Berichterstattung dann allerdings falsch. Aus unserer Sicht haben wir keine Querelen mit der Stadt Bielefeld. Es bestand aber dringender Handlungsbedarf, mit der Stadt Bielefeld in Gespräche zu kommen.

Die seit Jahren (in der ganzen Bundesrepublik) stetig ansteigenden Zahlen von ungewollten Katzen, sei es in Tierheimen oder aber als Streuner, geben großen Anlass zur Besorgnis. Von Seiten der Kommunen wird aber dieses Thema bisher eher ignoriert. Die privatrechtlichen Tierschutzvereine müssen das aus Spendenmitteln auffangen. So haben wir in Bielefeld und Umgebung tausende Katzen bisher versorgt und kastriert.

Nicht nur unser Katzenhaus, das für den Verein ein gewaltiger Kraftakt war, ist fast stetig bis zum Anschlag gefüllt - und leider eben zeitweise überfüllt - nein alle Tierheime haben die gleichen Probleme.

Wenn wir nun aber auf Dauer in diesen Hochzeiten unablässig Tiere aufnehmen und in die Räume stopfen, so hat das dann leider ab einem gewissen Punkt nichts mehr mit artgerechter Tierhaltung zu tun. Die Tiere erleiden Stress und werden krank.

Unser Hauptziel ist daher, dieser Entwicklung entgegen zu steuern und eine Kastrationspflicht für Freigänger in Bielefeld einzufordern. Halten Sie das für falsch?

Von der Stadt erhalten wir seit 2006 jährlich 50.000 EURO für die gesamte Fundtierversorgung. Das neue Katzenhaus hat leider mehrere Hundertausend gekostet - die Stadt "konnte" sich finanziell daran nicht beteiligen. Wir mussten aufgrund der größeren Katzenzahl das Personal nochmals um zwei Vollzeitkräfte auf stocken. Das kostet den Verein mehrere Zehntausende auf Dauer. Die Stadt wird sich daran nicht beteiligen. Halten Sie das für richtig?

Die Stadt hat uns für die "Unterbringung der überzähligen Katzen" verschiedenes angeboten. Abbruchreife Häuser und völlig unzureichende Liegenschaften, die der Verein aber bitte auf seine Kosten herrichten sollte.
Nun wird es vermutlich dahin gehen, dass wir auf unserem Gelände ein zusätzliches Gebäude errichten müssen, dass dann aber bitte die Stadt finanzieren muss.

Halten Sie diese Lösung und Forderung für richtig oder falsch?

Sie schreiben von Querelen. 34 Jahre, seit der Errichtung des Tierheimes haben wir mit der Stadt kaum Probleme gehabt, besser gesagt die Stadt nicht mit uns. In den ersten dreißig Jahren haben wir für die Stadt alle Aufgaben "kostenlos" übernommen (es gab einen Vertrag und einen einmaligen Baukostenzuschuss über 250.000 DM). Dann nach schwierigen Verhandlungen die besagten jährlichen 50.000 EURO. Halten Sie das für angemessen? Wir nicht, wir wollten aber nichts auf dem Rücken der Tiere austragen, sind daher aus Richtung Stadt moralisch leicht "erpressbar" gewesen.

Also nicht ohne Grund haben wir in den letzten Wochen die Notleine gezogen. Die Presse hat das sehr positiv begleitet. Nicht zuletzt durch die besondere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit haben wir in relativ kurzer Zeit
wahnsinnig viele Tiere gut vermitteln können. Aber wo haben Sie die negative Berichterstattung gesehen?

Seit mehr als 34 Jahren kämpft der Verein um das Überleben, um den Erhalt des Tierheimes. Es gab schlimme Zeiten, in denen der Verein so gut wie pleite war. Viele andere Vereine und Tierheime in dieser Republik stehen heute am finanziellen Abgrund. Eben weil die Kommunen sich allerorts vor der Verantwortung drücken wollen. Nur dank der vielen Spender, so wie Sie, konnten wir dennoch eine gute Arbeit im Sinne der Tiere leisten. Auf diese Unterstützung sind wir angewiesen.

Wir haben in den letzten Wochen gewaltig "geackert" mit Stadt und deren Vertretern, mit Fraktionen und Ausschüssen der Parteien gerungen. Wir erkennen dort erstmals ein wenig Umdenken. Ebenso haben wir von Seiten unserer Mitgliedschaft viel Unterstützung erfahren. Am Ziel sind wir noch lange nicht. Wir werden dieses aber jetzt hartnäckig verfolgen. Das ist wichtig für die Zukunft des Tierheimes. Nicht unbedingt heute, aber in 5,10 oder 20 Jahren.

Zu den Standpunkten unserer Vermittlung können wir auch gern Stellung nehmen, wenn Sie daran interessiert
sind.

Selbstverständlich ist es Ihr gutes Recht ................. Begründung ? Finden Sie die wirklich richtig und fair?

Ich hoffe, Sie verzeihen mir meine ehrlichen Äußerungen.


Mit freundlichem Gruß

Helmut Tiekötter / Schatzmeister
Tierschutzverein Bielefeld u.U. e.V.
Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit. Albert Schweitzer

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Helmut Albert« (28. Oktober 2010, 21:22)


2

Freitag, 1. Oktober 2010, 19:50

Äh, wie kann denn der Aufnahmestopp zu Skepsis führen????? Fragen vielleicht schon, denn aber doch bitte nur in Bezug auf die gewaltige Arbeit und die vielen Katzen, die versorgt werden müssen, oder?

Man, nee Leute, womit müßt Ihr euch manchmal rumschlagen?! Naja, das ist dann wahrscheinlich "Öffentlichkeitsarbeit".

Hoffentlich gibt es bald ein gutes Ergebnis mit der Stadt und für die Fundkatzen wieder die Möglichkeit, im Tierheim ein Plätzchen zu kriegen.

Susanne

Beiträge: 574

Wohnort: Bielefeld

Beruf: Rentier

3

Donnerstag, 28. Oktober 2010, 21:18

Aufhebung des 2. Aufnahmestopps

Seit kurzer Zeit haben sich die Bestandszahlen im Katzenhaus normalisiert und wir können wieder Tiere aufnehmen.

Fakt bleibt, dass es in absehbarer Zeit erneut zu derartigen Maßnahmen kommen wird. Die Probleme der überbordenden Population wird sich nicht in Luft auflösen. Auch die geforderte Kastrationspflicht wird nur mittel- bis langfristig daran etwas ändern.

Auf die Einsicht und Freiwilligkeit der Tierhalter haben wir lange Jahre gesetzt. Die Stadt möchte da mit entsprechenden Appellen weiter (von er Seite erstmals) "Aufklärung" betreiben. Die Hoffnung auf die Mithilfe der niedergelassenen Tierärzte wird sich nicht erfüllen, bzw. ist sehr verhalten. Eigentlich kann so etwas auch nicht an den einmaligen Kastrationskosten scheitern. Der uneinsichtige Tierhalter, der diese scheut, wird sein Tier vermutlich früher oder später eh dem Tierheim andienen. Spätestens dann, wenn das Tier alt und krank ist.

Ist Tierschutz eine Frage der Religion? Wir müssen diese Frage auch in dieser Hinsicht leider bejaen. Mitbürger mit Migrationshintergrund einer bestimmten Glaubensrichtung lehnen jeden Eingriff rundweg ab.

Mit der Stadt werden wir natürlich weiter im konstruktiven Dialog bleiben. Die Gespräche gehen weiter.

Nun sind wir ja auch vertraglich für Kommunen im Altkreis Halle tätig. Auf lange Sicht werden wir nur mit Städten und Gemeinden zusammenarbeiten, die auch uns in den Tierschutzthemen unterstützen. Das heißt ganz klar, auch in Steinhagen, Halle, Werther, Borgholzhausen und Versmold fordern wir eine Verordnung, die die Kastration der freilaufenden Katzen vorschreibt.

An dem Punkt sind wir aber auch auf Unterstützung der Bürger dieser Orte angewiesen. So muss dort jeweils ein Bürgerantrag in den jeweiligen Rat (nach dem Paderborner- Modell) eingebracht werden. Wer persönlichen Kontakt zu Parteien und Ratsvertretern hat, melde sich bitte per PN bei mir.

Viele Grüße
Helmut Albert
Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit. Albert Schweitzer

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