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Sascha

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1

Dienstag, 6. Juli 2010, 14:15

Tierschutzverein schlägt Kastrationspflicht für Katzen vor

Umfrage

Ist eine Kastrationspflicht für Katzenbesitzer in Bielefeld sinnvoll?

83%

Ja, aber sicher (10)

17%

Die Entscheidung sollte jedem selber überlassen werden (2)

0%

Nein, das bringt nichts

Insgesamt 12 Stimmen
Bielefeld. Immer mehr wilde Katzen verwahrlosen in der Stadt. "Die Tiere verhungern, sind krank und können so auch dem Menschen gefährlich werden", sagt Ines Brünger, Vorsitzende des Bielefelder Tierschutzvereins.

Deshalb fordert der Verein nun eine Kastrationspflicht für Katzen, die sich frei in der Stadt bewegen. Diskutiert wird das Thema heute im Bürgerausschuss, 17 Uhr, Altes Rathaus, Nahariya-Raum.

Das Problem seien zum einen Freigänger, also Katzen, die sich außerhalb des Hauses bewegen dürfen. Problemgruppe zwei sind jene Tiere, die zwar regelmäßig gefüttert werden, sonst aber ohne menschliche Bindung wild im Stadtgebiet leben. "Gerade diese Tiere können für Menschen gefährlich werden", sagt Ines Brünger. Der Nachwuchs verelende und sei Krankheiten und Seuchen ausgesetzt.

"Wir bemühen uns, dem mit unseren bisherigen Kastrationsprogrammen entgegen zu wirken", sagt Brünger. Allein 20.000 Euro jährlich muss der Verein für Personalkosten in Sachen Katzenkastration aufbringen. Die Wirkung: 0. "Das ist ein Kampf gegen Windmühlen", sagt Brünger, "weil immer mehr Freigänger gehalten werden die immer mehr Nachwuchs produzieren". 1019 Katzen hat das Tierheim 2009 aufgenommen. 2008 waren es 898.

"Wir können einen Aufnahmestopp nicht mehr ausschließen." Weil Tötungsprogramme, wie in anderen Staaten praktiziert, nicht in Frage kommen, ist "das einzig adäquate Mittel die Kastrationspflicht für Hauskatzen mit Freigang". Beispielhaft sei die Stadt Paderborn. Dort wurde 2008 die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht eingeführt – festgeschrieben in der Ordnungsbehördlichen Verordnung. Männliche und weibliche Freigänger ab dem 5. Monat müssen kastriert und per Chip gekennzeichnet werden. Die Kosten übernimmt der Halter. Es gibt aber Ausnahmeregelungen, etwa für Rassekatzen-Züchter.

"Wir sind dem ordnungsrechtlichen Ansatz gefolgt und haben durch die immer größere Zahl wild lebender Katzen eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit angenommen", sagt Udo Olschewski, Leiter des Paderborner Ordnungsamtes. Man habe sich konzentriert auf die Punkte Krankheiten und Ansteckungsgefahr, unnötiges Tierleid, Bedrohung von Singvögeln und überfüllte Tierheime und sich als einzig verhältnismäßiges Mittel auf die Kastrationspflicht verständigt. Die Bilanz nach einem guten Jahr: positiv.

"Wir bekommen vermehrt Informationen, wo sich wilde Katzen aufhalten. Es gibt weniger Fütterungsstellen." Mit Bußgeldern bei Verstößen sei das Ordnungsamt zurückhaltend. "Uns geht es darum, die Menschen zu sensibilisieren. Wir klären auf und arbeiten mit Flyern. Wenn ein Katzenpaar Nachwuchs zeugt und ideale Bedingungen herrschen, beläuft sich die Zahl der Nachfahren innerhalb von sieben Jahren auf etwa 420.000. Diese Zahlen lassen Katzenhalter aufhorchen."

Der Bielefelder Amtsveterinär Dr. Hans-Helmut Jostmeyer hält die Idee der Kastrationspflicht für sinnvoll: "Wir werden im Ausschuss darüber sprechen müssen, wie die Verordnung wirkungsvoll umgesetzt werden kann. Es wird schwierig sein, zu überwachen, wer sich nicht an die Pflicht hält."

Quelle: www.nw-news.de
06.07.2010
PS: Die Umfrage habe ich selber erstellt!
... man sieht nur mit dem Herzen gut, das wesentliche bleibt für das Auge unsichtbar ... :)
aus "der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry

Sascha

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2

Mittwoch, 7. Juli 2010, 10:33

Pflicht zur Kastration zunächst vom Tisch

BIELEFELD
Pflicht zur Kastration zunächst vom Tisch
Bürgerausschuss sieht das Problem der Katzenschwemme, die rechtliche Grundlage für eine Verordnung sei aber nicht gegeben.

Bielefeld. Gegen die wachsende Population wilder Katzen in Bielefeld muss etwas getan werden. Darin sind sich Verwaltung, Politiker und Tierschützer einig. Und doch meldeten sich bei der Sitzung des Bürgerausschusses kritische Stimmen, die die rechtliche Grundlage einer Pflicht zur Kastration von Katzen für nicht gegeben halten.

Dass die Population verwilderter Katzen in Bielefeld größer wird und es deswegen künftig Probleme geben könnte, ist bekannt. Um eine ordnungsbehördliche Verordnung zu erlassen, die die Menschen in die Pflicht nimmt, ihre Freigänger zu kastrieren, müssen aber Fakten her. So argumentiert die Verwaltung.

Wie viele wilde Katzen in Bielefeld leben, ist schwer nachzuhalten. Daher kann kaum ermittelt werden, welchen Gefahren die Bürger ausgesetzt sein könnten, wenn sich diese Tiere weiter vermehren. Und eben jene Zahlen wären die Grundlage für eine ordnungsbehördliche Verordnung. Die kann nur in Kraft treten, wenn mit ihr eine mögliche Gefahr der öffentlichen Ordnung und Sicherheit verhindert würde. Auch die Umsetzung der Kastrationspflicht wird als schwierig eingeschätzt.

Wilde Katzen ließen sich oft nur unter Widerstand nach OP-Narben absuchen, sagte Amtsveterinär Dr. Hans-Helmut Jostmeyer. Dennoch gebe es keine Alternative zur Kastration. "Wir müssen die Leute aufklären, die nicht regelmäßig mit ihrer Katze zum Tierarzt gehen. Außerdem sollte es einen Anreiz geben, seine Katze kastrieren zu lassen."

Jetzt wird das Thema vom Sozial- und Gesundheitsausschuss weiter bearbeitet, mit der Empfehlung des Bürgerausschusses, die Öffentlichkeitsarbeit in diesem Punkt zu verstärken.

Quelle: www.nw-news.de
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3

Montag, 27. September 2010, 19:52

Gütersloher Rat beschließ Katzenschutzverordnung - Vom Umweltausschuß einstimmig angenommen.

Hallo,

vom Verein Achtung-für-Tiere erhielt ich heute die positive Mail: Umweltausschuß nimmt Katzenschutzverordnung einstimmig an:

I. Änderung der Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen
Sicherheit und Ordnung im Gebiet der Stadt Gütersloh
Aufgrund der §§ 27 Abs. 1, Abs. 4 Satz 1, 31 des Gesetzes über Aufbau und Befugnisse der
Ordnungsbehörden – Ordnungsbehördengesetz (OBG) – in der Fassung der Bekanntmachung
vom 13.05.1980 (GV NRW S. 52 zuletzt geändert durch Gesetz vom 05.04.2005
(GV NRW S. 274) wird von der Stadt Gütersloh als örtliche Ordnungsbehörde gem. dem Beschluss
des Rates der Stadt Gütersloh vom 26.11.2010 für das Gebiet der Stadt Gütersloh
nachstehende Änderung der Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Aufrechterhaltung der
öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet der Stadt Gütersloh vom 24.04.2009 erlassen:
Nach § 4 Abs. 3 wird eingefügt:
(4) Katzenhalter/innen, die ihrer Katze Zugang ins Freie gewähren, haben diese zuvor
von einem Tierarzt kastrieren und mittels Tätowierung oder Mikrochip kennzeichnen
zu lassen. Dies gilt nicht für weniger als 5 Monate alte Katzen.
Als Katzenhalter/in vorstehenden Sinne gilt auch, wer freilaufenden Katzen regelmäßig
Futter zur Verfügung stellt.
(5) Für die Zucht von Rassekatzen können auf Antrag Ausnahmen von der Kastrationspflicht
zugelassen werden, sofern eine Kontrolle und Versorgung der Nachzucht
glaubhaft dargelegt wird. Im Übrigen bleibt § 10 unberührt.
In § 11 Abs. 1 Nr. 3 wird nach dem Wort „Tieren“ eingefügt:
sowie der Kastrationspflicht für Katzen
Inkrafttreten
Die I. Änderung zur Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen
Sicherheit und Ordnung im Gebiet der Stadt Gütersloh tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung
in Kraft.

In Bielefeld geht es etwas langsamer voran. Nach dem Bürgerausschuß hat sich der Sozialausschuß mit dem Thema eingehend befasst. Viele Ausschussmitglieder zeigten dabei eine positive Grundeinstellung zum Thema. Für Anfang Oktober ist neben einem weiteren Gespräch mit Vertretern der Verwaltung auch ein runder Tisch des politischen Gremiums angesetzt. Auf unsere Initiative wurde die Einladung von Herrn Dr. Lang (Paderborn) als sachkundiger Veterinär eingeladen.
Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit. Albert Schweitzer