Was nun folgt, ist wohl hinlänglich bekannt - immer wieder wird der Stier mit Hilfe des roten Tuches, der Capa, in die Nähe des Toreros gelockt und zu kurzen Kehrtwendungen veranlaßt.
Die Pikadore auf ihren gepolsterten Pferden bohren ihre Lanzen in den Rücken des Stieres und drehen sie dann noch mehrfach um, damit die Wunden größer werden. Dessen noch nicht genug, werden dem geschundenen Stier nun von Banderilleros Kurzlanzen mit Widerhaken in den Widerrist gestoßen. So, vor Schmerzen fast betäubt und geschwächt, erwartet ihn nach einigen kurzen Reizbewegungen des Toreros mit der Capa der Todesstoß. Obwohl oftmals nicht sicher ist, dass der Stier tot ist, werden ihm als Trophäe der Schwanz und die Ohren abgeschnitten.

Und dieses grausame, barbarische Spektakel, das immer wieder als Kulturgut und Tradition gerechtfertigt wird, findet statt unter den Augen Tausender grölender Menschen. Wie weit der Mensch entfernt ist vom Menschsein, zeigt sich in den Gesichtern dieser lebens-verachtenden Zuschauer.
Auch in Spanien kämpfen seit Jahren viele Tierschützer gegen diese Grausamkeiten, und der Bundesverband Tierschutz hat in Zusammenarbeit mit ihnen bereits vor Jahren eine Aktion gestartet, die mithelfen soll, dass auch in Spanien die Bürger aufmerksamer und sensibler gegenüber unseren Mitgeschöpfen werden. Buttons und Aufklärungsblätter in spanischer Sprache sollen hierbei unterstützen.
Übrigens: EG-Abgeordnete nennen den Stierkampf scheinheilig eine Notschlachtung, um das EG-weit gültige Gesetz, das Schlachten mit Betäubung vorschreibt, zu unterwandern.