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Tierschutz


Krötenwanderung
Heiße Liebe im kalten Tümpel

Winter ade! Die ersten milden Nächte und sofort werden Frosch & Co. von Frühlingsgefühlen übermannt. Zwar ist das Wasser noch eiskalt, aber in Tümpel, Bach und Weiher wird schon eifrig Hochzeit gefeiert. Da mag auch ein Lurch nicht im schlichten Grün und Braun erscheinen. Vor allem der Teichmolch putzt sich jetzt fein heraus. Den Bauch ziert eine knallrote Weste mit silbrigen Streifen, und sein Kamm gleicht einer blau-gelben Flattermähne.

Quuuaaaark!

Zu den frühen Brautwerbern gehört auch der Grasfrosch.
„Oäck, oäck, oäck...” - wie ein tiefes Knurren klingt sein eintöniges Minnelied. Ein übermächtiger Trieb führt ihn immer wieder zu dem Gewässer zurück, in dem er selbst geboren ist.

Kilometerweit zieht er dafür durch die Nacht. Wie verabredet, treffen sich die Männchen in den seichten Uferzonen und werben großmäulig um die Gunst der Weibchen. Wer am lautesten quakt, wird Froschkönig. Und der hat natürlich die größten Chancen beim anderen Geschlecht. Werden die Liebesrufe erhört, ist der Rest schnell erledigt.

„Explosiv-Laichen” nennen die Zoologen den Vorgang: Das Weibchen legt seine Laichballen mit etwa 4.000 Eiern im flachen Wasser ab, das Männchen befruchtet sie, und damit endet auch schon ihr Familienleben. Wie bei allen unseren Amphibien kümmern sich auch Grasfrösche nicht weiter um ihren Nachwuchs.

Unterdessen hat der Frühling auch die Erdkröten aus ihren selbstgegrabenen Erdhöhlen gelockt. Sie suchen nun ebenfalls nach dem Tümpel, See oder Weiher, der einmal ihe Kinderstube war. Und schon beginnt eine komische Hochzeitsreise.

Die Männchen haben den Drang, möglichst schon weit vor dem Ziel einem Weibchen auf den Rücken zu klettern. Der beste Platz, um alle Nebenbuhler abzuwehren. Eisern klammert sich der Kröterich an seiner Braut fest und lässt sich wie ein Pascha zum Hochzeitsgewässer tragen. Dort verharren die Paare meist noch tagelang in dieser unbequemen Klammerstellung, bevor endlich der Laich abgelegt und befruchtet wird.

Aus unerfindlichen Gründen gibt es Jahr für Jahr bei den Erdkröten einen absoluten Männerüberschuss. Um jedes Weibchen werben vier bis sechs Männchen, manchmal sogar noch mehr. Häufig ist das Gedränge so groß, dass sich die bedauernswerten Bräute nur mit energischen Knuffen oder weiteren Sprüngen der aufdringlichen Liebhaber erwehren können.

Leider müssen viele Frösche und Kröten bei ihrem Hochzeitsmarsch auch stark befahrene Straßen überqueren. Und da Liebe blind macht, ist das häufig ein Weg in den Tod. Viele Straßen wurden inzwischen mit sogenannten Krötentunneln ausgerüstet. Außerdem errichten Natur- und Tierschützer während der Krötenwanderung spezielle Fangzäune, sammeln die Tiere auf und bringen sie auf die andere Straßenseite. Die Zahl der überfahrenen Tiere geht trotzdem noch in die Millionen.

Deshalb sollten Autofahrer jetzt im Frühjahr besonders aufmerksam sein. Vor allem, wenn sie an milden, verregneten Abenden über einsame Landstraßen fahren.

Vorsicht Krötenwanderung!
Bitte nehmen auch Sie Rücksicht!


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- letzte Aktualisierung: 20.07.2011 -

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