Der neue "Taubenwagen"

Der sogenannte Taubenwagen ist das neuste und derzeit einzige Projekt der Stadttauben Bielefeld-Gruppe. In Zusammenarbeit mit dem Tierheim Bielefeld konnten einige engagierte Helfer den von der Stadt Bielefeld gekauften Bauwagen mit Holzkonstruktionen zu einem Taubenschlag umbauen. Derzeit stellt der Taubenwagen 108 Nistplätze bereit, was rein rechnerisch bei voller Auslastung 216 Tauben Platz bieten würde. Da der Wagen noch recht neu ist, und Tauben bei der Gewöhnung an einen Standort sehr vorsichtig sind, brüten derzeit jedoch nur wenige Tiere darin. 

Derzeit befindet sich der neue "Taubenwagen" im Prozess der Eingewöhnung, bei dem die Tiere durch ein reichhaltiges Futterangebot in den Schlag gelockt werden, damit sie sich entschließen, dort zu brüten. Dies ist ein großer Fortschritt hin zu einer vollständigen Akzeptanz des Wagens als sicherem Brutplatz.

Der Taubenwagen bietet im Vergleich zu dem ehemaligen "Taubenhaus" einige deutliche Vorteile:

  • Der Zugang für Ratten, Marder und andere Tiere wird durch die erhöhte Position und die Räder deutlich erschwert
  • Die Anzahl Brutplätze ist um ein Vielfaches größer, was einen größeren Einfluss auf die Reproduktionsrate zulässt
  • Die einzelnen Brutplätze bestehen aus herausnehmbaren Spanplatten, die leicht zu reinigen oder zu ersetzen sind
  • Es gibt eine abgetrennte Zone, in den einzelne Tiere zeitweise einquartiert werden können, um sie einzugewöhnen oder genesen zu lassen
  • Das Lagern des Futters und anderer Gerätschaften außerhalb des Wagens ermöglicht eine bessere Nutzung der zur Verfügung stehenden Fläche

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Das Augsburger Modell

Das Augsburger Modell ist derzeit nach gängiger Expertenmeinung das „Mittel der Wahl“, eine Stadttauben-Population langfristig auf ein verträgliches Maß zu senken und zu halten. Selbst die Tötung von Stadttauben – die heute in den meisten Fällen ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt – bedingt nur, dass nach einer Weile neue Tiere die frei gewordenen Nischen besetzen. 

Auch das flächendeckende "Vergrämen" aller zum Nisten genutzten Flächen sorgt bei diesen standorttreuen Vögeln lediglich dafür, dass sie sich in der unmittelbaren Umgebung einen neuen Nistplatz suchen. Bei allen diesen Methoden übersteigen die Risiken sowie die Kosten jedoch bei weitem den angestrebten Nutzen, selbst umgesiedelte Tauben kehren nach einer Weile an ihren Heimatstandort zurück. Daher sind eingleisige Vergrämungs-, Umsiedlungs- oder Tötungskonzepte in nahezu allen Fällen weitestgehend gescheitert.

Die derzeit führende Methode zur Populationskontrolle mit humanen, tierschutzkonformen Mitteln ist das Bereitstellen von Taubenschlägen, die unter dem Namen "Augsburger Modell" bekannt geworden sind. In Schlägen wie diesem werden innerstädtisch lebende Straßentauben durch die Bereitstellung von artgerechtem Futter und Brutplätzen dazu angeregt, ihren Nestbau und ihre Eiablage innerhalb des Schlages vorzunehmen. Naturgemäß verbringen die Tiere dann einen großen Teil ihres gesamten Tages darin. Dies entlastet die Umgebung aus verschiedenen Gründen ungemein:

  • Die Tiere sind nicht mehr zur permanenten  Nahrungssuche gezwungen, was die unbeliebten Besuche von Tauben vor Bäckereien und in der Fußgängerzone vermindert bzw. verhindert
  • Die Tauben suchen nicht mehr nach Nistplätzen, was die unliebsamen Nester in Häuser- oder Mauernischen, auf Balkonen, Rohren, Brücken oder ähnlichem verhindert
  • Nahezu der gesamte anfallende Kot der Tauben verbleibt innerhalb des Schlages und kann dort zentral & fachgerecht entfernt werden
  • Die Tiere haben eine deutlich gesteigerte Gesundheit & eine artgerechte Lebenserwartung
  • Das Verletzungsrisiko durch Scherben und Schnüre wird massiv verringert, was zu weniger kranken und verstümmelten Tieren führt

Dieses Modell wird seit Jahren in vielen deutschen Großstädten effektiv zu Anwendung gebracht und verzeichnet dort, wo es korrekt durchgeführt wird und Störfaktoren minimiert werden konnten, nennenswerte Erfolge. Vielerorts ist die städtische Verwaltung in Planung, Finanzierung und Aufrechterhaltung eingebunden und fördert einen Ausbau der Bemühungen.

 

Andere Stadttauben-Projekte:

 

 

NEWS

05.2015: Die Bahn-Brücken an der Jöllenbecker Straße und Arndtstraße werden vergrämt

03.10.15: Stadttauben-Infoausstellung am Tag der offenen Tür im Tierheim

28.06.16: Pressetermin - Neue Westfälische, Radio Bielefeld und das Westfalen Blatt sind vor Ort und berichten

05.07.16: Die ersten Nester werden gebaut...

25.07.16: Ein neues Mitglied! Eine weitere Freiwillige verstärkt unser kleines Team

15.11.16: Die ersten Eier! Im Wagen wird endlich gebrütet.