Das Erna Kaguss-Haus

Aufgrund der ständig steigenden Anzahl der Katzen, die Hilfe benötigen, war das alte Katzenhaus zu klein geworden. Durch größere zweckgebundene Erbschaften wurde uns der dringend notwendige Bau  eines neuen Katzenhauses ermöglicht, welches im Jahr 2009 eingeweiht werden konnte und jetzt einer wesentlich größeren Menge Katzen vorübergehend Platz bietet.

Den Namen "Erna Kaguss-Haus" bekam das Gebäude zu Ehren einer Dame, die sich in der Vergangenheit sehr aktiv und über die Maßen im Katzenschutz engagierte und auf diesem Wege unzählbar vielen Katzen helfen konnte und durch das, was sie uns hinterlassen hat, über ihren Tod hinaus weiter hilft.

Im Erdgeschoss befinden sich hinter dem Eingangsbereich mit Empfang die Laufräume und größere Räume mit Einzelboxen, in denen sich die Katzen aufhalten, die vermittelt werden können. In dem nicht öffentlich zugänglichen Bereich befinden sich Futterküche, Lagerraum und Arbeitsraum mit Waschmaschine, Trockner, Spüle und Wäscheregal.

Trotz mehr als doppelt so viel Platz – im Vergleich zum alten Katzenhaus – und trotz guter Vermittlung besteht inzwischen oft ein Aufnahmestopp, da das Katzenhaus leider fast permanent überbelegt ist. Jeder frei werdende Platz wird sofort wieder durch einen Notfall besetzt, so dass sich die Gesamtzahl der Katzen nicht vermindert.

Das Problem der Katzenüberpopulation existiert bundesweit und ist nicht allein durch die Tierheime zu lösen. Unserem Vorstoß bei der Stadt Bielefeld, eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen einzuführen, wie sie viele Kommunen inzwischen haben, wurde bisher nicht Rechnung getragen.

Das alte, 1976 gebaute und 1986 erweiterte Katzenhaus wurde renoviert und feierte im Sommer 2011 als umgestaltetes Kleintierhaus Wiedereröffnung.


Die Quarantäne-Station im Katzenhaus

Manch ein Besucher wird sich fragen, was sich im ersten Stock unseres Katzenhauses befindet, zu dem der Zutritt verboten ist, und fast jeder ist erstaunt, wenn er hört, dass sich dort oben ebenfalls noch viele Katzen befinden, die natürlich für den Besucher in der Regel nicht zu sehen sind.

Neu eingetroffene Katzen werden zuerst im NZ (Neuzugang) unserer Quarantäne-Station aufgenommen und in Einzelboxen gesetzt. Dort bleiben die Neuankömmlinge bis zur Eingangsuntersuchung durch den Tierarzt, werden entwurmt, entfloht, geimpft u.v.m. 

Danach können sie, soweit sie sich mit Artgenossen vertragen, in die größeren Gruppenräume umziehen. Bewohner, die lieber alleine leben, verbringen ihre Quarantänezeit in Einzelboxen. 

Für kranke Katzen sind zwei separate Krankenstationen eingerichtet. Weiterhin gibt es einen Arztraum für die notwendigen Untersuchungen und Behandlungen durch den Tierarzt.

Nach Beendigung der Quarantänezeit ziehen die Katzen in die unteren, für Besucher einsehbaren Räume bzw. Einzelboxen, und werden von dort aus vermittelt.

»Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe.«

Rainer Maria Rilke